Obstlehrpfad soll entstehen

Auf den Spuren alter Sorten

Brevörde (ozbs) - Äpfel sind das beliebteste Obst der Deutschen und gelten auch mit ihrer Vielzahl an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen als überaus gesund. Doch Apfel ist nicht gleich Apfel. Die einstige Sortenvielfalt ist in den vergangenen Jahrzehnten merklich zurückgegangen. Ein Verdienst einiger engagierter Enthusiasten, die sich nicht nur für den Erhalt der alten Arten einsetzen, sondern diese auch wieder vermehrt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken ist es, dass sich dieser Tremd wieder umzukehren scheint.

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Klaus Scholz vor seiner Streuobstwiese.

© Foto: Solling-Vogler-Region

Ein solcher Enthusiast ist auch 66-jährige Brevörder Klaus Scholz. Er ist Naturkenner und Imker und verfügt neben zahlreichen Bienenvölkern auch über eine alte Streuobstwiese mit rund 180 Apfel- und Birnenbäumen. „Ausschließlich alte Sorten wie Gravensteiner, Goldparmäne oder die Goldrenette von Blenheim stehen dort. Äpfel, deren Geschmack sich elementar von dem der Supermarktäpfel unterscheidet“, erklärt er.
Bereits seit vielen Jahren ist Scholz, jeweils am ersten Sonntag im Mai, mit interessierten Gästen zu einer sogenannten „Trachtwanderung“ in den Bergen hinter Brevörde unterwegs. Dabei berichtet er unter anderem über die natürlichen Wechselwirkungen zwischen Bäumen, ihren Blüten und den fleißigen Bienenvölkern. „Viele Apfelsorten sind ja durch die Bestäubung der Bienen überhaupt erst entstanden. Solche sogenannten Wildlinge sind Zufallsprodukte – aber eben auch besonders lecker und gesund“, weiß der Fachmann, dem für die Zukunft ein ganz besonderes Projekt vorschwebt. Gemeinsam mit Brevördes Ortsbürgermeister Winfried Hoch möchte er einen Obstlehrpfad auf die Beine stellen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Die Bedingungen für einen solchen Pfad sind hier ideal“, weiß Klaus Scholz. „Blickt man in die Historie unseres Ortes, erfährt man, dass aufgrund der einzigartigen Südhanglage einst sogar Wein angebaut wurde. Zudem verfügte Brevörde gleich über zwei Obstalleen mit zahlreichen Apfel- und Birnenbäumen“, erklärt er. Eine dieser Alleen ist auch heute noch vorhanden und soll nun als Obstlehrpfad eine Renaissance erleben. Ausgestattet mit kleinen Infotafeln könnte der Pfad von Besuchern selbst erkundet werden. Doch den Verantwortlichen schweben darüber hinaus auch Themenführungen vor, die mit Geschichte, spannenden Anekdoten zu bestimmten Baumsorten und einer Verkostung verschiedener Äpfel angereichert werden könnten. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Wanderungen auf dem neuen Pfad möglich sein. Dafür arbeiten die Verantwortlichen derzeit mit Hochdruck an der Umsetzung und freuen sich über weitere helfende Hände. Weitere Informationen sind bei der Solling-Vogler-Region im Weserbergland, www.solling-vogler-region.de und unter Tel. 05536/960970 erhältlich.

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