UN-Generalsekretär verurteilt anhaltende Gewalt

Ban warnt vor weiterer Eskalation im Syrien-Konflikt

Washington (AFP) - Angesichts anhaltender Gewalt hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vor einer weiteren Eskalation im Syrien-Konflikt gewarnt. "Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit, um einen vollständigen Bürgerkrieg zu verhindern", sagte Ban in Washington. Die syrische Regierung gehe trotz der begonnenen Stationierung von UN-Beobachtern weiter mit massiver Gewalt gegen die Bevölkerung vor. Ban schloss nicht aus, dass Damaskus die Präsenz der Beobachter nutzt, "um weitere Gewalt vorzubereiten". Aber auch die Gegner von Staatschef Baschar al-Assad hätten ihre Angriffe ausgeweitet.
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Weitere Eskalationen im Syrien-Konflikt © AFP

"Jeden Tag sehen wir entsetzliche Bilder: Soldaten, die in Stadtzentren schießen, unschuldige Zivilisten, die sterben, sogar Kinder", sagte Ban bei einer Veranstaltung der Denkfabrik des Atlantic Council. "Sicherheitskräfte nehmen Menschen fest und foltern mit großer Brutalität." Syrern, die es nur wagten, mit den UN-Beobachtern zu sprechen, drohe Bestrafung. Assads Regierung müsse nun "ohne weitere Verzögerung" ihre Truppen wie zugesagt aus den Städten abziehen, forderte Ban.

In Syrien kämpfen Oppositionelle seit Mitte März 2011 gegen die Regierung Assads. Nach Angaben von

© AFP

Menschenrechtsaktivisten wurden seither mehr als 11.100 Menschen getötet. Seit Mitte April befinden sich UN-Beobachter zur Überwachung einer vereinbarten Waffenruhe in Syrien. Derzeit liegt ihre Zahl bei rund 60. Sie soll bis Ende Mai auf 300 steigen.

Der internationale Syrien-Sondergesandte Kofi Annan soll dem UN-Sicherheitsrat am Dienstag (16.00 Uhr MESZ) über die Lage in Syrien Bericht erstatten. Annan wie Ban haben bisher betont, dass die Präsenz der ersten UN-Beobachter die Gewalt dort verringert hat, wo sie vor Ort sind. Die USA haben aber bereits gewarnt, dass sie wegen der anhaltenden Gewalt ein Ende der UN-Mission vor Ende ihres 90-Tage-Mandats fordern könnten.

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