ADAC-Tester prüften Wasserqualität an Binnengewässern

Bedenkliche Keimbelastung an deutschen Badestränden

München (AFP) - Prüfer des Automobilclubs ADAC haben an vielen Badegewässern bedenkliche Konzentrationen von potenziell krankmachenden Keimen entdeckt. Jede fünfte der getesteten 60 Flachwasser-Badestellen an deutschen Binnengewässern sei betroffen gewesen, teilte der ADAC mit. Die Tester hatten die Orte im Sommer vergangenen Jahres kontrolliert und im Mai noch einmal auf etwaige Verbesserungsmaßnahmen für Badegäste überprüft.
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Badeseen sind häufig mit Keimen belastet © AFP

Nach ADAC-Angaben erhielten 13 Badestellen bei dem Qualitätstest die Note "sehr gut", 19 wurden mit "gut" und 15 mit "ausreichend" bewertet. 12 stuften die Experten als "bedenklich" ein, einen als "mangelhaft". Sieger war demnach der Badestrand eines Campingplatzes am Großen Plöner See in Schleswig-Holstein, den letzten Platz belegte die Messstelle an einem Strandbad in Gaienhofen am Bodensee (Baden-Württemberg). Da für die Belastung die örtlichen Gegebenheiten entscheidend seien, könne sich die Qualität der Strände an einem Gewässer stark unterscheiden, betonten die Tester. Flaches, warmes Wasser sei problematischer.

Generell seien die vom Umweltbundesamt (UBA) empfohlenen Grenzwerte oft deutlich überschritten worden, erklärte der ADAC. Dessen Prüfer hatten nach eigenen Angaben bewusst die vor allem von Kindern genutzten Flachwasserzonen bis 30 Zentimeter Tiefe auf die potenziell gefährlichen Keime Escherichia coli und Intestinale Enterokokken kontrolliert. Messungen zur Gewässerqualität, wie sie die EU jährlich vorstellt, bezögen sich auf die tieferen Schwimmbereiche.

Enterokokken und E-Coli-Bakterien kommen im Verdauungssystem von Menschen und Tieren vor und können durch Fäkalien-versetztes Abwasser oder den Kot von Wildtieren in Flüsse und Seen gelangen. Enterokokken und E-Coli-Keime sind nach Angaben von Gesundheitsbehörden in den allermeisten Fällen harmlos, wenngleich es auch krankmachende Varianten gibt. Sie gelten aber als wichtige sogenannte Indikatorkeime, die eine Gewässer-Belastung mit Fäkalien anzeigen. Diese gilt als unerwünscht, weil sie mit anderen, gefährlicheren Keimen einhergehen kann.

Der ADAC erklärte, zu hohe Keimkonzentrationen könnten "Gesundheitsrisiken für Kinder" mit sich bringen. Die Verantwortlichen seien daher vom Verband aufgefordert worden, problematische Badestellen regelmäßig zu reinigen. Für Belastungen verantwortlich sei häufig Tier- oder Vogelkot. Während der Saison sollten außerdem öfter Messungen im ufernahen Flachwasser stattfinden und bei Grenzwertüberschreitungen Badeverbote verhängt werden, forderte der ADAC.

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