Organisation kritisiert zum Jahrestag des Unglücks unzulängliche Umwelt-Maßnahmen

Bericht: Flüsse nach Dammbruch in Brumadinho weiter stark verschmutzt

São Paulo (AFP) - Nach dem verheerenden Dammbruch in einem Bergwerk im brasilianischen Brumadinho vor einem Jahr leidet die Region nach Angaben von Umweltaktivisten weiter unter beträchtlichen Umweltschäden. Die Flüsse in der Region seien weiterhin stark verschmutzt, erklärte die Fundacion SOS Mâta Atlantica am Donnerstag (Ortszeit). Die Organisation hatte nach eigenen Angaben an 21 Orten Proben von den Flüssen Paraopeba und Alto San Francisco genommen.
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Unglücksort ein Jahr danach © AFP

An elf Stellen sei die Wasserqualität schlecht und an neun weiteren sehr schlecht gewesen, heißt es in dem Bericht. Nur an einer Stelle wurde eine normale Wasserqualität festgestellt. Als Trinkwasser sei das Wasser nirgendwo geeignet. Die gesetzlichen Schadstoffgrenzwerte werden den Messungen zufolge deutlich überschritten. An 18 Messstellen am Fluss Paraopeba seien die Werte fünf bis 13 Mal so hoch wie erlaubt, kritisierte SOS Mâta Atlantica.

Die Organisation bemängelte ungenügende Maßnahmen gegen die Umweltverschmutzung durch das Unglück vom 25. Januar 2019. "Sehr wenig wird für die Umwelt und die betroffenen Menschen getan", erklärte SOS Mâta Atlantica. Der Paraopeba sei unter anderem mit Eisen, Kupfer, Chrom, Mangan und Sulfat in einem Maße belastet, das schädlich sei "für die Umwelt und die menschliche Gesundheit" sowie Fische und andere lebende Organismen.

Am 25. Januar 2019 hatten sich nach einem Dammbruch in einem Werk des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale 13 Millionen Kubikmeter Schlamm mit Bergbauabwässern in die Umgebung ergossen. 270 Menschen starben oder gelten seitdem als vermisst.

Am Dienstag erhob die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Minas Gerais wegen des Dammbruchs Anklage gegen Vale und dessen Prüfunternehmen TÜV Süd. Der TÜV Süd hatte den Damm wenige Monate vor der Katastrophe für sicher erklärt.

Gegen 16 Einzelpersonen wurde in Minas Gerais zudem Anklage wegen "vorsätzlicher Tötung" erhoben. Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), das Hilfswerk Misereor und andere Organisationen verlangen, dass sich auch die deutsche Justiz mit dem Unglück befasst.

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