Weniger Störstoffe

Bioabfall: Masse mit Klasse

Landkreis Kassel (hai) - „Wir sagen danke“, mit diesen Worten kommentiert Betriebsleiter Uwe Pietsch die jetzt vorgelegten Untersuchungsergebnisse zur Qualität der Bioabfälle im Landkreis Kassel. „Dem großen Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger verdanken wir, dass der Störstoffanteil in den Kreis - Biotonnen auf durchschnittlich 1,6 Prozent gesunken ist.“

Die Abfallentsorgung Kreis Kassel hat die zur Biokompostier- und Vergärungsanlage in Lohfelden angelieferten Bioabfälle im Januar und Februar vom Witzenhausen – Institut für Abfall, Umwelt und Energie vor dem Hintergrund künftig strengerer Anforderungen analysieren lassen. Die vegetationsarme Zeit ist zur Ermittlung des Störstoffgehaltes besonders gut geeignet, da in den Biotonnen kaum Gartenabfälle waren und somit die Störstoffe wie Glas- und Plastikverpackungen, die mit den Bioabfällen aus den Küchen in die Biotonnen gelangen, einen besonders hohen Anteil ausmachen könnten.
In der Lohfeldener Anlage werden Bioabfälle angeliefert und verwertet. Es wurden Anlieferungen aus verschiedenen Siedlungsgebieten analysiert.
Ergebnisse: Die Bioabfälle aus ländlich-dörflicher und aus Ein- bis Zwei - Familienhausbebauung hatten niedrigere Störstoffgehalte als die aus innerstädtischen Bereichen oder Mehrfamilienhausbebauung. Die Bioabfälle enthielten mit durchschnittlich 1,6 Prozent deutlich weniger Störstoffe als vor der Qualitätsoffensive mit 3,1 Prozent Störstoffen durchschnittlich im Landkreis Kassel. Ist der Bioabfall nicht schon in den Biotonnen sauber sortiert, müssen die Störstoffe auf den Verwertungsanlagen mit hohem technischem und finanziellem Aufwand heraussortiert werden.
„Der Rückgang der Störstoffe im Kreis Kassel ist sehr erfreulich und zeigt, dass unsere „Qualitätsoffensive Bioabfall“ die Menschen erreicht“, so Betriebsleiter Uwe Pietsch. „Die im Kreis Kassel gesammelte Bioabfallmenge pro Einwohner ist schon seit Jahren die höchste in Hessen. Seit dem nun wissenschaftlich bestätigten Erfolg unser Qualitätsoffensive Bioabfall ist belegt: Nicht nur bei der Quantität, auch in der Qualität können wir Vorreiter sein, unsere Masse hat Klasse.“
Dr. Michael Kern vom Witzenhausen – Institut ergänzt: „Der Störstoffgehalt in den Biotonnen des Landkreises Kassel ist erfreulich niedrig und es werden für die Sammlung der Bioabfälle vorwiegend biologisch abbaubare Biobeutel und weniger normale Plastiktüten genutzt. Nichtsdestotrotz gibt es auch im Landkreis Kassel noch Gebiete und Siedlungsstrukturen, wo durchaus noch an der Bioabfallqualität gearbeitet werden muss“, so Kern. Genau das hat die Abfallentsorgung Kreis Kassel auch vor: Zusammen mit der von ihr beauftragten Firma Fehr Umwelt Hessen wurden nun auch die im südlichen Kreisgebiet fahrenden Bioabfallfahrzeuge mit einer automatischen Störstofferkennung ausgestattet. Damit werden Störstoffe durch ein elektronisches Detektionssystem am Sammelfahrzeug in geschlossenen Biotonnen erkannt. Biotonnen, die die elektronische Störstofferkennung beanstandet, werden registriert und ein Warnsignal weist auf die falsche Befüllung hin.
Fast alle Biotonnen werden aber dennoch geleert. Damit sich die falsche Befüllung aber zukünftig nicht wiederholt, werden die Biotonnennutzer mit einer Gelben Karte an der Biotonne über die richtige Sortierung informiert.
Enthält eine Biotonne überwiegend Störstoffe, wird die Biotonne nicht geleert und eine Rote Karte angebracht. Die Rote Karte weist darauf hin, dass eine Nachsortierung oder eine kostenpflichtige Leerung der störstoffbelasteten Biotonne bei der Restabfalltour nötig sind.
„Wir haben gesehen, dass die Qualitätsoffensive Bioabfall bereits viel erreicht hat“, so Uwe Pietsch, „jetzt verfolgen wir diesen Weg konsequent weiter. Unser Ziel ist, keine Störstoffe mehr in den Biotonnen des Landkreises zu haben.“
Für Fragen steht die Abfallentsorgung Kreis Kassel unter Tel. 0561/1003 - 1133 zur Verfügung.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder