Kooperationsvereinbarung für Glasfaserausbau

Breitbandversorgung weiter optimieren

Landkreis Holzminden (ozv) - Derzeit verfügen 75 Prozent aller Haushalte im Landkreis Holzminden über einen Breitbandanschluss von mindestens 100 Megabit pro Sekunde.

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(v.l.) Thomas Junker (Samtgemeindebürgermeister, Samtgemeinde Bevern), Stephan Willudda (Bürgermeister, Flecken Delligsen), Michael Schünemann (Landrat, Holzminden), Tino Wenkel (Samtgemeindebürgermeister, Samtgemeinde Boffzen), Tanya Warnecke (Samtgemeindebürgermeister, Samtgemeinde Bodenwerder-Polle), Jörg Henke (Allgemeiner Verteter, Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf), Christina Augustin (Stadtwahlleiterin Holzminden).

© Foto: Landkreis Holzminden

„Im Vergleich zu vielen anderen ländlichen Regionen ist das schon ganz ordentlich“, betont Landrat Michael Schünemann, „aber wir sind noch lange nicht am Ende.“ Weil der Ausbau der Breitbandinfrastruktur sich für die privaten Telekommunikationsanbieter an vielen Stellen nicht lohnt, unterstützt die öffentliche Hand mit Fördermitteln. Zusammen mit allen kreisangehörigen Kommunen hat der Landkreis Holzminden daher eine neue Kooperationsvereinbarung zum weiteren Glasfaserausbau im gesamten Kreisgebiet auf den Weg gebracht. Nach Zustimmung aller politischen Gremien und Räte wurde die Vereinbarung nun von allen Kooperationspartnern unterzeichnet. Der flächendeckende Ausbau im Landkreis geht also weiter.
Der Vertragsunterzeichnung sei ein finanzieller Kraftakt aller Beteiligten vorausgegangen, versicherte der Landrat. „Umso erfreulicher ist es, dass wir nun diesen weiteren Meilenstein erreicht haben und die Weichen für die Zukunft stellen können“, unterstreicht Michael Schünemann. Der Zugang zu schnellem Internet sei heute ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen und Bürger. Deshalb sei eine gute Breitbandversorgung ein wichtiger Schlüssel dafür, dass der ländliche Raum auch in Zukunft mit Ballungsräumen konkurrieren könne.
Wichtigste Verbesserung durch die Vereinbarung, um die Breitbandversorgung weiter zu optimieren: Gebäude sollen künftig direkt mit Glasfaseranschlüssen an die weltweite Datenautobahn angebunden werden. Durch eine Neuauflage des Bundesförderprogramms sind dabei jetzt auch Gebiete förderfähig, in denen das bereits vorhandene Netz den Haushalten weniger als 100 Megabit pro Sekunde im Download zur Verfügung stellen kann.
„Der Breitbandausbau ist eine wichtige Voraussetzung für die weiter voranschreitende Digitalisierung in unserem Landkreis“, sagt Landrat Schünemann, „das ist mir ein persönliches Anliegen.“ Für ihn gehöre in der heutigen Zeit ein flächendeckendes schnelles Internet unverzichtbar zu einer zukunftsfähigen Wohn- und Arbeitskultur dazu, um auch künftig die Lebens- und Standortqualität vor Ort zu erhalten. „Viele Dienste und Anwendungen erfordern stetig steigende Bandbreiten, sowohl privat als auch geschäftlich“, unterstreicht auch Dr. Jutta Klüber-Süßle, Bereichsleitung Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden. „Schnelle Datenleitungen sind in der digitalen Welt genauso wichtig wie der Wasser- oder Stromanschluss. Eine Breitbandversorgung ohne Leistungsverlust wird mehr und mehr zum entscheidenden Standortfaktor“, führt sie weiter aus.
Der Datenverkehr ist in den letzten Jahren rapide gestiegen. Bedingt durch den technischen Fortschritt wird er auch zukünftig weiter rasant zunehmen. Schon in der Pandemiephase haben viele festgestellt, wie wichtig eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur ist. Homeoffice und digitales Lernen erfordern eine schnelle und stabile Internetverbindung. Das herkömmliche TV-Angebot wird zunehmend durch moderne Streaming-Dienste abgelöst. Und mit der Telemedizin soll überdies in Zukunft auch noch die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen verbessert werden.
Mit Fördermitteln vom Bund und dem Land Niedersachsen sowie Eigenmitteln des Landkreises und der Kommunen werden sogenannte FTTH-Glasfaseranschlüsse („Fiber to the Home“ – Glasfaser bis ins Haus) im Kreisgebiet hergestellt. Hierzu werden die Glasfaserleitungen von zentralen Netzknoten über den öffentlichen Grund bis in die privaten Gebäude der unterversorgten Gebiete verlegt. Mit einem Glasfaseranschluss steht den Bewohnern dann Internet mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zur Verfügung. Das ehrgeizige Ziel: Spätestens bis 2030 sollen alle Haushalte im Landkreis über Highspeed-Internet verfügen. Ob dies gelingt, wird aber auch davon abhängig sein, ob der Bund und das Land in den kommenden Jahren ausreichend Fördermittel zur Verfügung stellen.

 

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