Heimat- und Geschichtsverein lud zur Feierstunde

Buch über die Familie Löwenherz vorgestellt

Von Barbara Siebrecht
Lauenförde – Die Familie Löwenherz hat den Flecken Lauenförde stark geprägt. In dem Gebäude, das 1913 von Toni und Hermann Löwenherz gestiftet wurde und heute als Bürger- und Kulturzentrum Lauenförde wieder im ursprünglichen Sinne genutzt wird, stellte der Heimat- und Geschichtsverein als Herausgeber das gerade erschienenen Buch „Von der Holzwarenfabrik zur Herlag – Die Kaufmannsfamilie Löwenherz aus Lauenförde“ vor.

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Der Autor Detlev Herbst übergab ein Exemplar an Bürgermeister Werner Tyrasa. Unterstützt wurde das Projekt vom Heimat- und Geschichtsverein, hier vertreten durch die Vorstandsmitglieder Annegret und Erich Gauding und den Vorsitzenden Peter Siebert.

© Foto: Siebrecht

Unter strenger Einhaltung der 3-G-Regelungen konnten etwa 60 geladenen Gäste an der feierlichen Vorstellung des Buches von Autor Detlev Herbst teilhaben. Der Vorsitzende Peter Siebert freute sich sehr auch Gäste der jüdischen Gemeinde in Göttingen und Nachfahren der Familie Löwenherz begrüßen zu können, die teilweise aus der Schweiz angereist waren und den Anlass zu einem Familientreffen nutzten. Siebert dankte allen Unterstützern des Buch-Projektes und dem Landfrauenverein für die Bewirtung der Gäste. Der Vorsitzende übergab offiziell zwei Portraitbilder von Toni und Hermann Löwenherz an den Flecken Lauenförde. Die Portraits hatte der Bauhof schon im Saal des Bürger- und Kulturzentrums angebracht.
Bürgermeister Werner Tyrasa dankte herzlich für die Portraitbilder und meinte: „Ich verneige mich vor dem Lebenswerk der Familie Löwenherz, die großzügig mit zahlreichen sozialen Projekten für Arbeit, Wohlstand und Einigkeit in Lauenförde gesorgt haben und Verfolgung in der NS-Zeit erfuhren. Dies Buch wird dazu beitragen, dass nicht beschönigt und nichts vergessen wird“.

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Detlev Herbst schlug in seiner Rede den Bogen von den Anfängen jüdischer Gemeinden im Raum Köln im römischen Reich bis zum aktuell zu beklagenden Antisemitismus in Deutschland.

© Foto: Siebrecht


Detlev Herbst berichtet vom jüdischen Leben in Lauenförde, das seit Ende des 17. Jahrhunderts belegt ist. Er erinnerte an die Anfänge der Familie Löwenherz als Fellhändler über die Gründung der Holzwarenfabrik bis zur Verfolgung der bis dato voll integrierten Familie, die sich durch ehrenamtliches Engagement und Wohltätigkeit auszeichnete. „Dies Buch ist ein Rückblick auf die bewegte aber auch bewegende Geschichte einer jüdischen Familie aus dem Oberwesergebiet, der Lauenförde viel verdankt. Zahlreiche bisher unveröffentlichte, historische Fotos begleiten den Leser auf seiner Zeitreise durch die Geschichte und lassen ihn das Geschehen hautnah miterleben. […] Lassen Sie uns Sorge dafür tragen, dass sich jüdische Menschen, […] auch in Zukunft in unserem Lande ganz ohne Angst, sicher und zuhause fühlen können“, rief der Autor auf.
Die Feierstunde wurde untermalt mit den wehmütigen Klängen der Klarinette begleitet von Gitarre und Gesang, durch das Driesner und Tönnies Klezmer-Duo.
Kassiererin Annegret Gauding erläuterte, dass das Buch von Detlev Herbst in Zusammenarbeit mit dem Jörg Mitzkat-Verlag entstanden ist und durch Spenden zur Veröffentlichung beigetragen wurde. Sie dankte den Privatpersonen, Stiftungen, Firmen, der Gemeinde und der Kirchengemeinde Lauenförde sowie der dem SPD- Ortsverein und der Verbund Volksbank OWL für die Spenden. Detlev Herbsts Werk ist auch im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-95954-113-8)und wird zum Preis von 19,80 Euro verkauft.

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