Stickeln will 2020 nicht erneut kandidieren

Bürgermeister kündigt Rückzug an

Warburg (js) - Michael Stickeln will in 2020 nicht erneut kandidieren. Das teilte der Bürgermeister am Freitag in einer persönlichen Erklärung mit. Es falle ihm schwer, aber die Zeit für einen Wechsel sei gekommen: „Für mich persönlich als auch für die Stadt selbst.“ Zu seinen Zukunftsplänen äußerte Stickeln sich noch nicht konkret. Es gebe Überlegungen und Möglichkeiten, es steht aber noch nichts fest.

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Michael Stickeln hat das Amt des Bürgermeisters seit 2004 inne.

© Foto: Sürder

Die Gerüchte um eine mögliche Kandidatur für das Amt des Landrates kommentierte er: „Wir haben mit Friedhelm Spieker einen Landrat, der einen guten Job macht. Er hat auch selbst noch nicht angekündigt, ob er weitermacht oder nicht.“ Stickeln selbst wolle bis zum letzten Tag vor der Wahl weitermachen. „Die Voraussetzungen für Warburgs Zukunft sind gut“, sagte er. Er hinterlasse ein gut bestelltes Haus und gehe zwar mit schwerem Herzen, aber gutem Gewissen. Er wolle sich noch nicht vollständig zur Ruhe setzen, wolle aber vermeiden, dass die Bürger ihm überdrüssig werden. Schließlich sei er 2020 im 16. Jahr Bürgermeister.

Bereits im Jahr 2015 habe er die Entscheidung getroffen, im 2020 nicht erneut antreten zu wollen und darüber auch den Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes, Hubertus Kuhaupt, informiert. Die Stadtverbandsversammlung entscheidet in einem Mitgliedervotum über die Kandidaten für das Bürgermeisteramt. „Es ist noch viel Zeit, es muss nichts überstürzt werden“, sagte Stickeln.
Er schaue mit großer Zufriedenheit und großer Dankbarkeit auf seine Amtszeiten zurück und zog eine vorläufige Bilanz zu mehreren Kernbereichen. Die Finanz- und Haushaltssituation war 2004 zu Stickelns erster Wahl schwierig. Die Stadt befand sich im Haushaltssicherungskonzept. In den folgenden Jahren wurde der Schuldenstand um 60 Prozent von 16,2 Mio. Euro auf 6,7 Mio. Euro reduziert. Liquiditätsbestand und allgemeine Rücklage sind mit 10 bzw. 79 Mio. Euro gut gefüllt. Von 2004 bis 2018 wurden 120 Mio. Euro an Unterhaltungs- und Instandsetzungskosten und rund 75 Mio. Euro in die Stadt investiert. 99.500 Quadratmeter Gewerbe- und Industrieflächen wurden verkauft die Zahl der Beschäftigten stieg um 11 Prozent auf 9.294. Als weitere wichtige Aspekte seiner Amtszeit nannte Stickeln die Anbindung des Industriegebiets an die B252/Ostwestfalenstraße, das Pilotprojekt Barrierefreie Innenstadt und den Erhalt des Krankenhausstandortes.
Mit der Schließung des Standortes der Hochschule OWL und der Zuckerfabrik (beides voraussichtlich im Jahr 2020) nannte Stickeln zwei Entscheidungen, die ihn persönlich sehr getroffen hätten. In beiden Fällen habe selbst großer Einsatz kein Umdenken herbeigeführt. Die Schließung der Zuckerfabrik nannte er „ein ‘Bauernopfer’ einer verfehlten Konzernpolitik.“
Stickeln dankte den Warburger Bürgerinnen und Bürgern für das nachhaltige Vertrauen und die Unterstützung auch in schwierigen Zeiten. Er dankte ebenfalls den Ratsfraktionen für die gute Zusammenarbeit und den Kolleginnen und Kollegen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr engagiertes und qualifiziertes Wirken in der Verwaltung, bei den Stadtwerken oder dem Kommunal Unternehmen der Stadt Warburg.
Abschließend sagte er: „Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich mich engagiert und mit Herzblut bis zu meinem letzten Arbeitstag zum Wohle unserer Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger einsetzen werde.“
Die Kommunalwahlen in NRW finden im Herbst 2020 statt. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

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