Neue Wege für zeitgemäßes Wohnraumangebot:

Bundesförderung für Kleinstadtverbund stärkt ländlichen Raum

Bielefeld (ozm) - Als eines von vier deutschlandweiten Modellen der „Kleinstadtakademie“ erhält der Zusammenschluss der OWL-Städte Nieheim, Marienmünster, Schieder-Schwalenberg mit Vlotho (NRW), Drebkau/Drjow (Brandenburg) und der Hansestadt Seehausen, Altmark (Sachsen-Anhalt) eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)“ in Höhe von rund 335.000 Euro.

Bild anzeigen

Johannes Schlütz, Bürgermeister der Stadt Nieheim, mit dem Zuwendungsbescheid.

© Foto: privat

Die Bewilligung wurde jetzt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ausgesprochen. Damit sollen Lösungen für die Aktivierung von Bestandsimmobilien und Flächen in den häufig leerstehenden Ortsmitten erarbeitet werden. „Ein Vorzeige-Vorhaben mit Modellcharakter für das UrbanLand OstWestfalenLippe, das attraktive Lebensumfelder gerade in kleinen Städten schafft und damit die ganze Region stärkt“, so Annette Nothnagel, Leiterin der REGIONALE 2022 bei der OWL GmbH, wo die Bewerbung koordiniert wurde.
„Die Bewilligung ist eine großartige Chance für die beteiligten Kommunen. Den offensichtlichen Herausforderungen in den innerstädtischen Bereichen können wir durch die Bundesförderung in absehbarer Zeit ein fundiertes, wissenschaftlich untermauertes Konzept entgegenstellen. Allein von dem wohl ziemlich einmaligen Entwicklungsprozess werden die sechs Gemeinden enorm profitieren“, so Johannes Schlütz, Bürgermeister der antragstellenden Stadt Nieheim im Kreis Höxter.
Der sich durch Corona verstärkende Trend, dass Menschen Überschaubarkeit und das Leben in ländlichen, aber vitalen Gebieten suchen, bietet Chancen für Kleinstädte. Gleichzeitig gilt es, älteren Menschen passende Angebote zu machen. Das Konzept mit dem Titel „Bündnis für Wohnen im ländlichen Raum. Neue Instrumente für die Stärkung der Ortsmitte kleiner Städte und Gemeinden“ des Projektverbunds setzt da an.
Mit der Förderbewilligung für die Pilotphase bis März 2023 startet der Projektverbund jetzt mit der Entwicklung zukunftsfähiger Nutzungsmodelle für Flächen und Bestandsimmobilien in den Ortskernen der beteiligten sechs Kommunen, die mit Leerstand vieler Wohn- und Geschäftshäuser in der historischen Ortsmitte kämpfen. Es gilt, neue Wohnmodelle zu entwickeln, die im Altbestand umsetzbar sind. Damit sollen gute Rahmenbedingungen für private Initiative und Investition geschaffen werden, der Ortskern wird wieder attraktiver und mit Leben gefüllt.
„Kleine Kommunen sind mit einer solchen Projektentwicklung allein oft überfordert. Die Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit macht die Kommunen handlungsfähig. Durch die bundesweite Vernetzung können wir auch von guten Beispielen andernorts lernen“, erläutert Annette Nothnagel. Als begleitende Projektagentur fungiert die OstWestfalenLippe GmbH. Das Vorhaben soll ein Projekt der REGIONALE 2022 werden. Ziel ist damit auch, den Wissenstransfer für andere interessierte Kleinstädte in OWL herzustellen.
Die sechs beteiligten Städte werden sich unter wissenschaftlicher Begleitung in Workshops zusammenfinden und die konkreten Nutzungsbedarfe untersuchen. Dabei wird auch konkret mit den Menschen vor Ort gearbeitet. Für die wissenschaftliche Begleitung sind die Ruhr-Universität Bochum/InWIS (Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung) sowie die Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld (Fachbereich Wirtschaft, Innovation & Raumentwicklung) beteiligt. Die daraus resultierenden Handlungsoptionen könnten die Kommunen dann vor Ort testweise umsetzen. Sind die Tests in den Städten erfolgreich, sollen sie als Muster für andere Kleinstädte dienen.
OstWestfalenLippe richtet die REGIONALE 2022 unter der Überschrift „Das neue UrbanLand“ aus. Ziel ist es, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu stärken. Ein Thema ist das Wohnen. Dafür werden Projekte gesucht, die sich in besonderem Maße mit der Quartiersentwicklung, dem Wohnen, der Gesundheitsversorgung, dem Landschaftsraum sowie der Kultur beschäftigen und dabei die Ansprüche und Vorstellungen der heutigen und zukünftigen Nutzenden in den Fokus rücken. Um die Qualität zu gewährleisten, durchlaufen potenzielle REGIONALE-Projekte für OstWestfalenLippe ein dreistufiges Auswahl- und Qualifizierungsverfahren vom C-Status über den B-Status bis zum A-Status. Erst anschließend wird aus den Projektideen ein REGIONALE 2022-Projekt. Weiterführende Informationen: www.urbanland-owl.de.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder