Pilotprojekt startet mit kostenlosen Beratungen

CO2-Steuer: Was Unternehmen tun können

Holzminden (ozm) - Die Benzinpreise sind derzeit auf einem hohen Niveau. Doch während die Preise sich früher dann irgendwann auch wieder nach unten bewegten, ist damit diesmal auf lange Sicht kaum mehr zu rechnen. Im Gegenteil: Jahr für Jahr werden Diesel und Benzin an den Tankstellen immer unerschwinglicher oder teurer werden, weil die stufenweise Einführung der CO2-Steuer aus Klimaschutzgründen genau dafür sorgen soll. Für Wirtschaftsbetriebe Grund genug, über Maßnahmen nachzudenken. Denn der Kostenschraube kann an unterschiedlichen Stellen durchaus erfolgreich entgegengewirkt werden. Was möglich ist, erklärt die Niedersächsische Klimaschutz- und Energieagentur (KEAN) jetzt zusammen mit den Unternehmen individuell und direkt. Und zwar über vier Tage lang und kostenlos.
Dr. Linda Hartmann, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Holzminden, macht eine Rechnung auf, die es in sich hat. „Ein kleineres Unternehmen, dass mit seinen dieselbetriebenen Fahrzeugen im Jahr etwa 100.000 Kilometer zurücklegt, hat dafür im letzten Jahr noch im Schnitt etwa 10.450 Euro an reinen Spritkosten aufwenden müssen. 2021 werden es aufgrund der CO2-Steuer 635 Euro mehr sein, bis 2025 wird sich dieser Anteil auf 1.398 Euro erhöhen. Alles unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren Preissteigerungen am Markt kommt.“ Dass sie etwas ändern müssten, um die steigenden Kosten im Griff zu behalten, sei den meisten Betrieben in der Region schon bewusst, erläutert Hartmann weiter. Das Problem liege jedoch für die meisten darin, im laufenden Betrieb überhaupt einen Ansatz zu finden, der sich auch wirklich auf längere Sicht auszahlt.
Hartmann weiß, wovon sie redet. Schon seit einigen Jahren hat sie die Weichen in der Kreisverwaltung dafür gestellt, dass die betriebliche Mobilität Zug um Zug auf nachhaltigere Beine gestellt wird. Im Fuhrpark finden sich Dienstwagen die mit Strom oder CNG betrieben werden oder Fahrräder für Kurzstrecken im Stadtgebiet. Um solche Maßnahmen, einzuleiten, braucht es Zeit, personelle Ressourcen – und einen Plan. Für kleinere Unternehmen als die Kreisverwaltung, die ja mit immerhin über 800 Mitarbeitern drittgrößter Arbeitgeber des Landkreises ist, scheint das eher schwer umzusetzen.
Doch ist es das wirklich?
Für Linda Hartmann ist ganz klar: „Das Angebot der KEAN, Unternehmen individuell und intensiv zu beraten ist Gold wert!“ Die qualifizierten und unabhängigen Mobilitätberatungen seien bestens dazu geeignet, die richtigen Stellschrauben für Kostensenkungen zu finden und zusammen mit den Betrieben einzuleiten. „Von geringeren Wartungsarbeiten bei den Fahrzeugen über Steuererleichterungen bis hin zur Einbeziehung von entsprechenden Förderungen für E-Autos haben die Experten alles im Blick und können dadurch effiziente Planungen entwickeln, wie eine nachhaltig gestaltete Mobilität zur Kostensenkung führt“, weiß die Klimaschutzmanagerin. Und schließlich könnten mit innovativen Ideen wie der Nutzung von E-Bikes statt Autos auch noch Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden auf lange Sicht verbessert werden. Für solch einen Schritt bedarf es aber mehr als nur einen Blick auf Kostenentwicklungen zu werfen. „Was wirklich geht und für das Unternehmen langfristig nützlich und machbar ist, kann am besten in der Beratung der KEAN ausgelotet werden“, weiß Hartmann. Sie hoffe deshalb auf ein reges Interesse bei den hier ansässigen Betrieben.
Die Impulsberatung für Kleine und mittlere Unternehmen – Betriebliches Mobilitätsmanagement ist ein Projekt der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen mit Unterstützung durch die Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit. Das Projekt wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz.
Zusätzlich können interessierte Unternehmen auch die Impulsberatung für KMU – Solar oder Impulsberatung für KMU – Energie- und Materialeffizienz in Anspruch nehmen.

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