Fortuna-Fans hatten Platz gestürmt

Chaos-Spiel in Düsseldorf: Hertha legt Protest ein

Berlin (AFP) - Über den letzten vakanten Startplatz in der Bundesliga wird vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entschieden: Hertha BSC legt offiziell Protest gegen die Wertung des skandalösen Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) ein. Das teilte der Verein, der nach dem 1:2 im Hinspiel in die 2. Liga abgestiegen wäre, am Abend mit. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird bereits am Freitag den Einspruch gegen die Wertung des Relegationsrückspiels verhandeln
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Fortuna-Fans auf dem Spielfeld © AFP

"Wir können bestätigen, dass Hertha BSC Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt hat. Das Sportgericht des DFB wird sich bereits am Freitag mit dem Fall befassen", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

Anhänger der Fortuna hatten am Dienstagabend vor dem Ablauf der Nachspielzeit den Platz gestürmt. Nach einer 20-minütigen Unterbrechung setzte Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel noch einmal für rund zwei Minuten fort.

"Es ging nur noch um die Sicherheit unserer Spieler, ein regulärer Spielablauf war nicht mehr möglich. Die Spieler hatten Angst. Es ging nicht mehr um das Sportliche. Deshalb haben wir unseren Anwalt Christoph Schickhardt beauftragt, formell und fristgerecht Einspruch gegen die Spielwertung einzulegen", sagte Manager Michael Preetz im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin.

"Einziger Zweck der Wiedereröffnung dieses Spiels war, eine weitere Eskalation zu verhindern. Es war Polizeitaktik, das Spiel unbedingt zu Ende zu führen, um weitere Ausschreitungen zu vermeiden", sagte Schickhardt anschließend zur Begründung. Die Erfolgschancen des Protests bezeichnete er als "absolut groß. In der DFB-Satzung steht eindeutig, dass ein Spiel unter diesen Umständen nicht gewertet, sondern wiederholt wird."

Die Fortuna reagierte gelassen. "Wir gehen davon aus, dass das Spiel ordnungsgemäß abgepfiffen wurde und das Spielergebnis Bestand hat", sagte Präsident Peter Frymuth dem Sport-Informationsdienst SID. "Ich finde es doch verwunderlich, die nicht genutzten Chancen in zwei Spielen nun an zwei Minuten festzumachen. Wir haben bisher nicht darüber geredet, dass nach dem 2:1 für uns massiv Sachen aus dem Hertha-Block geflogen sind und die Partie vor dem Abbruch stand. Wir haben uns bisher nicht an dem Schwarzer-Peter-Spiel beteiligt. Hertha macht das nun."

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nahm unterdessen Ermittlungen gegen beide Clubs, die Hertha-Spieler Lewan Kobiaschwili, Thomas Kraft, Christian Lell und Andre Mijatovic sowie Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz auf. Das gab der DFB am Abend bekannt.

Kobiaschwili wird vorgeworfen, Stark nach Spielschluss in den Nacken geschlagen zu haben. Seine drei Mannschaftskollegen sollen den FIFA-Referee beleidigt haben, ebenfalls nach Abpfiff. Lambertz soll nach Abpfiff im Innenraum ein Bengalisches Feuer gehalten haben.

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