"Ich bin sicher, dass Obama angesichts des Wahlkampfs bald eine Möglichkeit haben wird, diese Haltung zu vertreten", sagte Cohen, der an der renommierten US-Denkfabrik Council on Foreign Relations forscht. Er hoffe, dass der Präsident eine "bedeutende Erklärung" abgeben werde. Clinton hatte erklärt, dass die USA zusagen würden, das Schicksal von Chen und seiner Familie "in den kommenden Tagen, Wochen und Jahren" weiter zu verfolgen.
Der seit seiner Kindheit blinde Chen war nach vier Jahren Haft im September 2010 aus dem Gefängnis entlassen worden und stand seither in der östlichen Provinz Shandong unter Hausarrest. Am 22. April konnte er fliehen und fand in der US-Botschaft Zuflucht. Peking sagte nach US-Angaben zu, dass Chen mit einem "sicheren" Aufenthaltsort in China rechnen könne.
Die genauen Umstände, unter denen der Bürgerrechtler die diplomatische Vertretung nach sechs Tagen verließ, waren allerdings unklar. Der Vorsitzende der Organisation China Aid, Bob Fu, warf der Regierung in Peking vor, auf Angehörige des Bürgerrechtlers Druck ausgeübt zu haben. Zeng Jinyan, die Frau des mit Chen befreundeten Bürgerrechtlers Hu Jia, sprach sogar von konkreten Drohungen gegen Chens Frau Yuan Weijing.
Cohen betonte dagegen, der Bürgerrechtler habe die US-Botschaft in Peking freiwillig verlassen. Chen habe sich dabei auch zusichern lassen, mit seiner Frau an einer chinesischen Universität ein Jura-Studium beginnen zu können.
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