Bürgerrechtler aber weiter in Krankenhaus isoliert
Chinesische Behörden sichern Chen Pass für Ausreise zu
Peking (AFP) - Die chinesischen Behörden haben dem zeitweise in die US-Botschaft geflüchteten Bürgerrechtler Chen Guangcheng zugesichert, dass sie ihm bei der Beschaffung eines Passes für eine Ausreise unterstützen. Chinesische Regierungsvertreter hätten ihn am Montag im Krankenhaus besucht und gesagt, dass sie das Ausreiseverfahren einleiten würden, sagte Chen telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Er habe dabei auf die Notwendigkeit verwiesen, für sich und seine Familie Pässe zu bekommen. "Sie sagten mir, dass sie mir helfen würden, sie zu bekommen, aber ich weiß nicht, ob sie es wirklich tun", sagte Chen.
Klinik in Peking, in der sich Chen aufhält
© AFP
Der blinde Menschenrechtsaktivist war am 22. April aus dem Hausarrest geflogen und hatte sich in die US-Botschaft in Peking geflüchtet. Am Mittwoch verließ der 40-Jährige die US-Vertretung und wurde in ein Pekinger Krankenhaus gebracht. Dort fühlte er sich nach eigenen Angaben aber bedroht. Nach einem diplomatischen Tauziehen zwischen Washington und Peking, erlaubte die chinesische Regierung es Chen, einen Ausreiseantrag zu stellen.
Chen wird von den chinesischen Behörden weiter abgeschirmt. Er und seine Frau könnten das Krankenhaus weiter nicht verlassen, wo er wegen Verletzungen behandelt wurde, die er sich bei seiner Flucht zugezogen hatte, sagte er in dem Telefongespräch. Auch US-Vertreter seien daran gehindert worden, ihn zu besuchen. Dies gelte auch für seine Freunde.
Artikel vom 08.05.2012
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