Rund 3,2 Millionen Menschen 2018 mit befristetem Vertrag

DGB-Studie: Betriebe nutzen befristete Arbeitsverträge häufig zur Erprobung

Berlin (AFP) - Betriebe nutzen nach einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) befristete Arbeitsverträge häufig zur Erprobung von Beschäftigten. In einer Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Jahr 2018 gaben 42 Prozent der Unternehmen an, Gründe für eine Befristung seien das sogenannte Screening oder die Erprobung von Beschäftigten. Zudem nähmen Befristungen mit dieser Begründung tendenziell zu, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Dienstag unter Berufung auf die DGB-Studie.
Annelie Buntenbach bei einer Rede am 1. Mai 2016 Bild anzeigen
Annelie Buntenbach bei einer Rede am 1. Mai 2016 © AFP

"Dazu kommen noch zwei Prozent von Betrieben, die hauptsächlich befristen, weil sie glauben, das würde die Motivation der Beschäftigten steigern", heißt es demnach weiter in der DGB-Studie. Vor allem große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern nutzen demnach sachgrundlose Befristungen.

Sie "dienen dazu, das Personal zu erproben und zu flexibilisieren", kritisierte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. "Das ist aber durch eine hierzulande im europäischen Vergleich ohnehin schon lange Probezeit jetzt schon gesetzlich möglich, dazu braucht es keine Befristungen."

Laut der DGB-Untersuchung hatten 2018 rund 3,2 Millionen Menschen einen befristeten Arbeitsvertrag – doppelt so viele wie 1996. Fast jede zweite Neueinstellung erfolge befristet, zitierte das RND weiter aus der DGB-Untersuchung. Kurzfristige Befristungen mit weniger als einem Jahr Dauer machen demnach 56 Prozent aller aktuellen Befristungen aus. Bei 21,2 Prozent geht es um zwölf Monate bis zwei Jahre.

Die Leidtragenden von Befristungen seien die Beschäftigten, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem Redaktionsnetzwerk. "Die Chancen auf Aufstieg und ein gutes Einkommen sinken, während das Risiko für Armut und Arbeitslosigkeit steigt."

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