Der Veranstalter der "Antikapitalistischen Walpurgisnacht" habe die Demonstration, die gegen 22.00 mit zweistündiger Verspätung begann, gegen 23.00 Uhr vorzeitig für beendet erklärt, teilte die Polizei mit. Die Teilnehmer bewegten sich demnach in verschiedene Richtungen weg.
Am S-Bahnhof Wedding hielten sich derweil laut Polizei etwa 200 bis 300 Menschen weiter auf. Sie verhielten sich ruhig und wurden von der Polizei aufgefordert, den Ort zu verlassen. Gegen 01.00 Uhr am Dienstagmorgen sagte ein Polizeisprecher, die Lage habe sich "dem normalen Straßenbild" angepasst. Nur noch wenige Teilnehmer der Versammlung seien dort.
Wie der Sprecher weiter mitteilte, wurde während des Einsatzes der insgesamt 3200 Polizisten in der Walpurgisnacht ein Beamter oder eine Beamtin verletzt. Zur Art und Ursache der Verletzung konnte der Sprecher zunächst keine Angaben machen.
Im Mauerpark im benachbarten Stadtteil Prenzlauer Berg verlief die traditionelle Feier zur Walpurgisnacht nach Polizeiangaben in einer "vollkommen friedlichen" Stimmung. Rund 1500 Menschen seien in den Park gekommen, um zu feiern.
In den vergangenen Jahren war es in Berlin in der Nacht auf den 1. Mai ebenso wie am Feiertag selbst immer wieder zu Krawallen gekommen. In den vergangenen Jahren war es jedoch ruhiger geworden. Der 1. Mai war erstmals vor 25 Jahren Ausgangspunkt von Ausschreitungen im Stadtteil Kreuzberg. In diesem Jahr zieht die Demonstration eines Bündnisses aus "linken und kapitalismuskritischen" Gruppen erstmals von Kreuzberg nach Mitte. Auch Wedding als Ort der Demonstration in der Walpurgisnacht war neu.
Der Berliner CDU-Innensenator Frank Henkel hatte im Vorfeld angekündigt, die eher zurückhaltende Vorgehensweise seines SPD-Vorgängers Ehrhart Körting fortsetzen zu wollen. Während Henkel für dieses Jahr keine größeren Ausschreitungen erwartete, rechnete die Gewerkschaft der Polizei (GdP) damit, dass es dieses Jahr zu schlimmeren Ausschreitungen als 2011 und 2010 kommen könne.
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