Konjunktur zieht im ersten Quartal wieder an

Deutschland hängt Wirtschaft in der übrigen Euro-Zone ab

Wiesbaden (AFP) - Deutschlands Wirtschaft fährt der Konjunktur in der Euro-Zone davon: Während die Wirtschaftsleistung im gemeinsamen Währungsraum im ersten Quartal von Januar bis März auf der Stelle trat, verzeichnete Deutschland ein Wachstum um 0,5 Prozent, wie aus Angaben des Statistischen Bundesamts und der EU-Statistikbehörde Eurostat hervorgeht. In südlichen Euro-Ländern brach die Wirtschaft zum Jahresauftakt erneut ein.
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Deutsche Wirtschaft wächst wieder © AFP

Die Wirtschaft der Euro-Zone entging in den ersten Monaten des Jahres nur knapp einer Rezession, wie aus den Eurostat-Daten hervorgeht. Stagnierte die Wirtschaftsleistung der 17 Mitgliedsländer von Januar bis März, war sie im Vorquartal noch um 0,3 Prozent zurückgegangen.

Schrumpft das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwei Quartale in Folge, befindet sich die Wirtschaft nach gängiger Definition in einer Rezession. Das BIP umfasst alle Waren und Dienstleistungen, die eine Volkswirtschaft innerhalb eines bestimmten Zeitraumes produziert.

Deutschlands Wirtschaft ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts zum Jahresauftakt wieder auf Wachstumskurs eingeschwenkt. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2011 um 0,2 Prozent sei das BIP von Januar bis März um ein halbes Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen, teilten die Statistiker mit. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe die Wirtschaft sogar um 1,7 Prozent zugelegt.

Wachstumstreiber sei insbesondere die Exportwirtschaft gewesen, teilten die Statistiker unter Berufung auf vorläufige Berechnungen mit. Die Ausfuhren hätten anders als die Einfuhren zugelegt. Zudem wurde im Inland mehr konsumiert.

Eine Reihe südeuropäischer Länder musste angesichts der Euro-Schuldenkrise zum Jahresauftakt erneut Rückgänge bei der Wirtschaftsleistung hinnehmen. Griechenland verzeichnete der amtlichen Statistik zufolge einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,2 Prozent auf Jahressicht. Italien rutschte mit einem Rückgang des BIP um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal noch tiefer in die Rezession. Portugal verzeichnete nach offiziellen Angaben ein Minus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Frankreich als größte europäische Volkswirtschaft Europas nach Deutschland tritt zu Beginn der Amtszeit seines neuen Präsidenten François Hollande auf der Stelle. Die Wirtschaftsleistung sei von Januar bis März stagniert, teilte das Statistikinstitut Insee mit. Gründe seien die schwache Kauflaune der Haushalte, zurückgehende Investitionen und Exporte.

Der Konjunktur-Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner, geht davon aus, dass sich die "spürbare Belebung" der vergangenen Monate fortsetzen wird. Sichere Jobs und Lohnsteigerungen über der Inflationsrate würden den privaten Konsum "spürbar anschieben", erklärte er. Auch der Außenhandelsverband BGA erklärte, für Konjunkturpessimismus bestehe "kein Grund". Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht Deutschlands Wirtschaft in "guter Verfassung".

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verzeichnete hingegen in einer Umfrage unter Finanzmarktexperten verschlechterte, aber noch positive Konjunkturerwartungen. Die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland hätten die Unsicherheit über den weiteren Kurs europäischer Regierungen in der Schuldenkrise erhöht, teilte das ZEW mit.

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