Sicherheitshinweise beachten!

Die Jagdsaison beginnt

Von Barbara Siebrecht
Beverungen und Ortsteile – Spätestens mit der Herbstfärbung der Blätter und der Brunft des Rotwildes beginnt die Jagdsaison. Ab dem 1. September endet für die meisten Wildtierarten die Schonzeit nach der Landesjagdzeitenverordnung von 2015. Jetzt bemühen sich die Jäger vermehrt den Wildbestand anzupassen.

Bild anzeigen

Hegering-Leiter Claus Knipping und Försterin Friederike Wolff bitten die Bevölkerung, die Hinweisschilder zu beachten.

© Foto: Siebrecht

Ein angepasster Wildbestand ist unerlässlich, damit die jungen Bäume, die in den nächsten Jahren in den großen, durch Sturm und Borkenkäferbefall entstandenen Kahlflächen im Wald gepflanzt werden, eine Chance haben. Insbesondere alle drei Hirscharten (Sika-, Rot- und Damwild), die in den Wäldern um Beverungen vorkommen, können die Jungpflanzen in den ersten fünf bis sieben Jahren durch Verbiss zum Absterben bringen. Wildschweine wühlen bei der Suche nach Mäusen oder Engerlingen die Jungpflanzen aus der Erde. „Wir pflanzen wegen des Klimawandels vermehrt Laubbäume und auch für die Region neuen Arten, das ist, als hielte man dem Wild eine Pralinenschachtel zum Probieren hin“, verdeutlichte Försterin Friederike Wolff die Sorgen der Forstleute und Waldbesitzer, „laut Gesetz darf der Wildbestand nur so hoch sein, dass eine natürliche Verjüngung der Hauptbaumarten ohne Schutzmaßnahmen möglich ist.“ Auch an Feldfrüchten wie Rüben, Getreide und Mais entstehen durch einen hohen Wildbestand, insbesondere an Schwarzwild erhebliche Schäden. Zur Vorsorge vor der Afrikanischen Schweinepest und deren Übergreifen auf Haustierbestände soll der Schwarzwildbestand niedrig gehalten werden. Da natürliche Feinde wie der Wolf (noch) in der Region fehlen, muss der Mensch regulierend eingreifen.
Zwischen Oktober und Dezember finden Drückjagden statt, bei denen Treiber und Jagdhunde das Wild beunruhigen. Solche Jagden werden meist Revier übergreifend durchgeführt. Die Jäger machen mit Hinweisschildern auf die Jagd aufmerksam, die meist morgens beginnt und am frühen Nachmittag endet. Hinweisschilder an Straßen rufen die Autofahrer auf, das Tempo zu reduzieren, bremsbereit zu sein und die Straßenränder aufmerksam zu beobachten, um Unfälle mit Wild zu vermeiden. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele diese Schilder nicht registrieren und bitten um erhöhte Aufmerksamkeit“, erklärte Försterin Friederike Wolff. Auch noch Stunden nach Ende der Jagd kommt es vermehrt zu Wildwechsel über die Straße und auch Jagdhunde können noch unterwegs sein. Quer über die Straße wird aber niemals geschossen. Erhöhte Aufmerksamkeit der Autofahrer ist auch bei der Maisernte gefordert. Wildschweine halten sich gerne in Maisäckern auf und flüchten vor dem Häcksler aus dem Bestand. Dann können die Tiere auch plötzlich und am Tage die Straße überqueren. Jäger versuchen, bei der Ernte das Schwarzwild auch an den Maisfeldern zu bejagen.
Schilder auf Waldwegen machen die Erholungsuchenden auf die Jagd aufmerksam. Meist ist auch der Zeitraum der Jagd auf dem Schild angegeben. „Wir können der Bevölkerung nicht verbieten, die abgesperrten Wege zu benutzen, erwarten aber, dass Spaziergänger, Radfahrer oder Reiter zu ihrer eigenen Sicherheit an diesem Tag umkehren“, appelliert der Leiter des Hegeringes Beverungen, Claus Knipping. Der Hegering Beverungen ist ein Zusammenschluss der Jäger auf Ortsebene mit 150 Mitgliedern. Zum Hegering Beverungen gehören 32 Reviere mit einer durchschnittlichen Reviergröße von 280 Hektar.
Jetzt im Herbst ist auch die günstigste Zeit für den Verbraucher Wildfleisch einzukaufen. Wildfleisch ist ein gesundes, ökologisches Lebensmittel. Jeder Jäger ist im Hinblick auf die Begutachtung des Tieres auf Krankheiten und Hygienevorschriften für das Lebensmittel „Wildfleisch“ geschult, um es EU-konform in den Handel bringen zu können. Das geschossene Tier wird noch im Wald aufgebrochen, die Innereien werden entnommen und dann das Stück einige Tage in der Kühlung abgehangen. Wildschweine werden mit Proben des Fleisches auf Trichinen getestet. Das Wildfleisch wird als ganzes Tier in der Decke, als küchenfertige Teilstücke oder als weiterverarbeitetes Fleisch in Form von Wildgrillwurst, Pfefferbeisser, Schinken oder Wildmettwurst in den Handel gebracht. Wildfleisch kann klassisch geschmort oder kurzgebraten werden. Wer frisches, regionales Wildfleisch kaufen möchte, kann sich direkt an bekannte Jäger, an Metzgereien oder an den Hegeringleiter Claus Knipping (Tel. 173 1968242) wenden. Der Hammerhof in Scherfede vermarktet das Wildfleisch aus dem Staatswald und bei Raiffeisenmärkten in Buke und Warburg werden gefrorene Teilstücke angeboten. Die Jäger würden sich freuen, wenn regionales Wildfleisch auch in den Gaststätten der Region stärker angeboten und vom Verbraucher nachgefragt würde.
Haus- und Autobesitzer, die Probleme mit Wildtieren wie Mardern, Füchsen oder Waschbären haben, können sich an den „Marderbeauftragten“ der Kreisjägerschaft wenden. Detlef Dragan hat eine besondere Schulung absolviert und verfügt über eine Sondergenehmigung. Er kann Schäden durch Wildtiere begutachten, Lebendfallen aufstellen und in Ausnahmefällen auch im Siedlungsgebiet die Verursacher der Schäden schießen. Detlef Dragan ist unter Tel. 05273/21362 zu erreichen. Weiter Informationen rund um die Jagd oder Vereinsarbeit des Hegerings Beverungen finden Sie auf der Webseite der KJS (Kreisjägerschaft Höxter) im Internet.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken

Weiterführende Links zum Thema

Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder