Auch Geheimfavorit Russland raus / Tschechen weiter

EM-Aus für Polen - Griechen bleiben in "Euro-Zone"

Berlin (AFP) - Polen ist verloren, die Griechen bleiben in der "Euro-Zone": Nach einem sensationellen letzten Spieltag in der Gruppe A stehen Tschechien und Griechenland als mögliche Gegner der deutschen Nationalmannschaft im EM-Viertelfinale fest. In einem direkten Duell um den Einzug in die K.o.-Runde unterlag Co-Gastgeber Polen Tschechien mit 0:1 (0:0). Das EM-Aus kam auch für Geheimfavorit Russland: Griechenland bezwang die Sbornaja mit 1:0 (1:0) und wurde Zweiter der Gruppe A hinter Tschechien.
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Griechenland bleibt in Eurozone - zumindest im Fußball © AFP

Die Tschechen beendeten durch den späten Treffer von Petr Jiracek vom VfL Wolfsburg (72.) die Gruppe A als Tabellenerster vor Griechenland. Sie treffen damit am Donnerstag in Warschau auf den Zweitplatzierten der deutschen Gruppe B. Tschechien hatte zuvor 1:4 gegen Russland verloren und danach mit 2:1 gegen Griechenland gewonnen. Polen war gegen Griechenland und Russland jeweils nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Griechenland belegte den zweiten Platz durch einen überraschenden Sieg (1:0) im zeitgleichen Spiel gegen Russland.

Da Griechenland zur Halbzeit gegen Russland führte, waren nach der Pause vor 41.480 Zuschauern in Breslau Polen und Tschechen zum Toreschießen verdammt - oder mussten auf russische Schützenhilfe hoffen. Der Druck schien jedoch beide Mannschaften zunächst zu lähmen. Die Tschechen fühlten als Erste ihre Chance, suchten sie, bekamen sie - und dann stürzte Jiracek die Gastgeber in ein Tal der Tränen.

Auch das Dortmunder Meistertrio Robert Lewandowski, Jakub Blaszczykowski und Lukasz Piszczek, in das der zweimalige WM-Dritte große Hoffnung gesetzt hatte, konnte nichts mehr ausrichten - es war sogar eine einzige Enttäuschung. Unmittelbar nach dem EM-Aus seiner Mannschaft legte Polens Fußball-Nationaltrainer Franciszek Smuda sein Amt nieder.

Der Frust über das EM-Aus Polens schlug im Land des Co-Gastgebers kaum in Gewalt um. In Breslau setzte die Polizei bei einer Hooligan-Schlägerei Tränengas ein. Fünf Personen wurden festgenommen. Ansonsten blieb es in der Stadt friedlich. Auch die Warschauer Polizei verlebte eine relativ ruhige Nacht. "Obwohl die Enttäuschung groß war, gab es keine Zwischenfälle", sagte der Warschauer Polizeisprecher Maciej Karczynski.

Die Russen fielen durch die erste Niederlage nach 16 Spielen auch durch den Sieg der Tschechen auf den dritten Platz zurück. Ein Remis hätte der Elf von Dick Advocaat bereits sicher zum Viertelfinaleinzug gereicht. Schütze des goldenen Tores der Griechen war Kapitän Georgios Karagounis, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einem schweren Abwehrpatzer der Russen traf - ausgerechnet in seinem 120. Länderspiel, das ihn zum Rekordnationalspieler seines Landes machte.

Griechenland zeigte in der von Stürmer Theofanis Gekas als "wichtigstes Spiel seit zwei Jahren" bezeichneten Begegnung eine kampfstarke Leistung, setzte mit Kontern immer wieder Nadelstiche und lieferte den Russen lange ein Duell auf Augenhöhe.

In Athen machten Fußballfans die Nacht zum Tage. Tausende Anhänger feierten nach dem 1:0 des Europameisters von 2004 in Warschau gegen Russland ausgelassen, tanzten auf den Straßen und schossen Leuchtkugeln in den Nachthimmel. Der Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia, Antonis Samaras, bedankte sich in einem Telegramm an Trainer Fernando Santos und dessen Spieler. "Wir danken Ihnen aus ganzem Herzen, weil Sie unser Land glücklich und stolz gemacht haben. In diesen harten Stunden gaben Sie uns Griechen wieder Optimismus", schrieb Samaras.

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