Fleißige Helfer packen an

Ein Friedhofspark entsteht


Von Barbara Siebrecht
Dalhausen – Diese Projekt hat einen langen Vorlauf. Im Übergabe-Vertrag des alten Friedhofs in Dalhausen von der Kirchengemeinde an die Stadt Beverungen wurde vereinbart, dass das Gelände nach Ablauf der Liegezeiten in einen Park umgewandelt werden soll.

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Architekt Karl-Oswald Hugenbruch, Orts-Chronist Manfred Dierkes und Bernhard Villmer stellten die Planungen vor.

© Foto: Siebrecht

Nun nimmt die Gestaltung des alten Friedhofs langsam Gestalt an. Hier soll ein Park entstehen, der die Friedhofskultur des vergangenen Jahrhunderts beispielhaft zeigt. „Dies ist mein letzte Projekt“, erklärte Bernhard Villmer, der kürzlich aus dem Amt des Bezirksausschußvorsitzenden verabschiedet wurde und mit seinem Freundeskreis an der Umsetzung arbeitet. An den Arbeiten beteiligen sich: Franz-Josef Kahl, Günter Rose, Wilfried Köster, Hans-Josef Vieth, Hans Spindler, Willi Böker, Bernhard Villmer, Friedhelm Brümmer und Manfred Dierkes. Zur Finanzierung konnten 2.000 Euro aus dem Landesprogramm „Heimatscheck“ verwendet werden. Auch die Mittel des Bezirksausschusses wurden seit einigen Jahren für das Projekt „Friedhofspark“ vorgesehen.
Nach einem Entwurf von Architekt Karl-Oswald Hugenbruch wurde das Gelände in Bereiche gegliedert. In einem Quadranten nahe der Mariengrotte wurden Grabsteine aufgestellt, an denen die übliche Gestaltung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Teil mit Waschbeton ablesbar ist. Ortsheimatpfleger Manfred Dierkes hatte dafür gesorgt, dass einige Grabsteine von abgeräumten Gräbern aufbewahrt wurden. „Die Auswahl der Steine geschah nach Form und Material, Namen spielten dabei keine Rolle“, betonte Dierkes. In einem zweiten Bereich finden sich Gräber von Ehrenbürgern Dalhausens. Hier ruhen noch die Pastoren Carl Schomberg und Josef Behre, die die Ortsgemeinschaft ebenso prägten wie der Lehrer Anselm Kunze und Rektor Karl Deppe. Auch ein Grab eines verunglückten, polnischen Zwangsarbeiters soll auf Dauer erhalten bleiben. Geplant ist auch die Aufstellung von einem 2,40 Meter hohen Grabkreuzes aus Wesersandstein aus dem Jahr 1911, das für den Großvater von Karl-Oswald Hugenbruch gehauen wurde.
Der Architekt Hugenbruch der in Dalhausen aufwuchs und zeitlebens seinem Heimatort als Förderer und Gönner verbunden blieb, plant eine pflegeleichte, parkartige Grünanlage, mit großen Bäumen, einem Kreisförmigen Weg und evtl. einer Wildblumenwiese in Teilbereichen. Die große Linde soll erhalten werden und wurde durch seine Spende um zwei weitere Linden zu einem Dreiklang ergänzt. Die vorhandenen Kugelakazien haben überwiegend ihre Altersgrenze erreicht und sind zum Teil stark geschädigt. Als nächsten Schritt plant Villmer die Neuanlage der Wege bei der die Kugelakazien gefällt werden sollen. Er hofft, dass die Stadt Beverungen für diese Vorhaben Mittel im Haushalt einplanen wird. Gerne können auch Bürger das Vorhaben mit Spenden unterstützen und sich dazu an Bernhard Villmer wenden.

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Die Männer arbeiteten Hand in Hand und stellten Grabsteine als Zeitzeugen auf.

© Foto: Siebrecht


„Der alte Friedhof ist eigentlich schon der 3. Friedhof Dalhausens“, berichtet Ortsheimatpfleger Manfred Dierkes. Über 600 Jahre hinweg wurden die Toten wie üblich im Umfeld der Kirche bestattet. Zwischen 1820 und 1860 wurde ein Friedhof im Urental genutzt, auf dem 1034 Verstorben, die Toten von zwei Typhus- und Cholera-Epidemien, beigesetzt wurden. Ab 1860 wurde der jetzige „alte“ Friedhof angelegt und bis 1976 wurden dort Bestattungen durchgeführt. Heute sind die Ruhezeiten abgelaufen und die Gräber wurden bis auf wenige Ausnahmen abgeräumt.

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