Informationsabend zur neuen Weserbrücke

Ende 2019 als Fertigstellungstermin benannt

Von Peter Vössing
Beverungen – Der Abriss und der Neubau der Weserbrücke sind in aller Munde. Kein Thema wird im Moment so heiß diskutiert, wie die Großbaumaßnahme, die jetzt von den beteiligten Baufirmen in Angriff genommen wurde. Auftraggeber „straßen.nrw“ und Baufirmen informierten ca. 160 Bürger über das gestartete Projekt.

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Informationsveranstaltung: (v.l.) Dirk Löneke und Klaus Ostermann (straßen.nrw), Günther Funke (Fa. Echterhoff), Matthias Apel (Fa. Schachtbau Nordhausen), Bürgermeister Hubertus Grimm, Samtgemeindebürgermeister Uwe König und Bürgermeister Werner Tyrasa.

© Foto: Vössing

Bürgermeister Hubertus Grimm hatte die Moderation übernommen und konnte neben seinen beiden Amtskollegen Werner Tyrasa (Bürgermeister Lauenförde) und Uwe König (Samtgemeindebürgermeister Boffzen) auch Vertreter der Arbeitsgemeinschaft aus den beiden Baufirmen Echterhoff aus Westerkappeln und Schachtbau Nordhausen begrüßen, die bei der Vergabe um 0,2 Prozent kostengünstiger waren als die Konkurrenz und somit den Zuschlag zum Bau der neuen Weserbrücke erhielten.
Der Startschuss zur Bauausführung ist bereits mit der Baustelleneinrichtung neben der Beverunger Burg gefallen. Dort wurde zunächst eine Umleitung des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs über die Burgstraße eingerichtet.
Bürgermeister Hubertus Grimm war die Erleichterung anzumerken, dass der Bau nun endlich in Angriff genommen wurde. Er hofft, dass die Bauphase möglichst zügig mit wenigen Eingriffen vonstattengeht.
Klaus Ostermann (straßen.nrw) wies zunächst noch einmal daraufhin, dass die Bevölkerung jederzeit die Möglichkeit habe, sich während der Bauphase mit Fragen an ihn zu wenden (Email: kontakt.rnl.sh@strassen.nrw.de). Informationen gäbe es auch auf der Internetseite www.strassen.nrw.de/projekte/b241-weserbruecke-in-beverungen.html.

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Günther Funke (Fa. Echterhoff) erläuterte den Bauablauf.

© Foto: Vössing


Dann ergriff der Bauleiter Günther Funke von der Fa. Echterhoff, die zusammen mit der Fa. Schachtbau den Bau durchführen, das Wort. Er war zusammen mit dem zuständigen Mitarbeiter Matthias Apel (Schachtbau Nordhausen) in die Stadthalle gekommen. Funke stellte zunächst den örtlichen Bauleiter der Baumaßnahme, Mathias Frie, vor ging dann auf die beiden Firmenportfolios ein, aus denen hervorging, dass beide Unternehmen über jahrelange Erfahrungen bei der Erstellung komplexer Großbauprojekte verfügen. Dann erläuterte der Ingenieur den geplanten Bauablauf bei der Errichtung der ca. 199 Meter langen Weserbrücke, die bei der Überspannung der Weser (Stützweite über die Weser 65 Meter) als Stabbogenbrücke ausgebildet wird. Er illustrierte den Bauablauf mit einer Computeranimation:
Auf der Südseite werden parallel zur alten Brücke Behelfspfeiler errichtet, auf denen der Brückenüberbau des neuen Bauwerks zunächst gelagert wird. Die Baustelleneinrichtung sieht bei der Burg eine Taktfertigungsanlage vor. Hier wird der Überbau der Vorlandbrücke taktweise gebaut und nach und nach über die Behelfspfeiler in Richtung Weser geschoben. Liegt die in ihrer Lage, wird die Strombrücke mit Bogen im Bereich der Taktfertigung erstellt, über die neue Vorlandbrücke zur Weser geschoben und angeschlossen. Wenn der Überbau fertig ist, soll die alte Brücke abgerissen und dann die neuen Unterbauten (Pfeiler und Widerlager) gebaut werden. Während dieser Zeit von ca. 12 Monaten wird der Verkehr über die Weser gesperrt. Autofahrer müssen 2019 also einen Umweg von ca. 9 Kilometern über Würgassen in Kauf nehmen. Fußgänger und Radfahrer können aber über die neue Brücke die Weser queren.

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Ca. 160 Bürger waren zur Informationsveranstaltung gekommen.

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Wenn die neuen Unterbauten fertig sind, wird der komplette Überbau parallel in die endgültige Lage auf die neuen Unterbauten verschoben. Während dieser Phase (ca. 1 bis 2 Wochen) können auch Fußgänger und Radfahrer nicht die Brücke betreten.
„Allein schon die Ausführungsplanung kostet 500.000 Euro. Das zeigt, wie anspruchsvoll die Baumaßnahme ist,“ bemerkte Günther Funke.
Die Stahlbauteile der Brücke werden in Nordhausen vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Das bedeutet, dass ca. 60 t schwere Stahl-Elemente über den Landweg mit Spezialtiefladern angeliefert werden müssen (meistens morgens gegen 5 Uhr).
Günther Funke wies darauf hin, dass auch heimische Unternehmen in den Bau involviert werden. So werden zum Beispiel die Erdbauarbeiten von der Fa. Nolte durchgeführt und auch die naheliegenden Betonwerke würden mit eingebunden.
Ängste bezüglich des Anstaus von größeren Wassermassen bei Hochwasser räumten die Verantwortlichen aus dem Weg und bemerkten, dass es natürlich hydraulische Berechnungen gab, die von den Wasserbehörden abgesegnet wurden.
Das 13,1 Mio. Bauwerk soll Ende 2019 (wenn das Wetter mitspielt) fertiggestellt sein. Die Beverunger Rundschau wird regelmäßig über den Baufortschritt und geplante Verkehrsumleitungen informieren.

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