Pressemitteilung der Bürgermeister

Entsorgungskommission prüft noch einmal

Beverungen/Bad Karlshafen/Boffzen/Trendelburg (brv) - Die Nachricht, dass die Entsorgungskommission den geplanten Standort Würgassen für ein zentrales Bereitstellungslager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll erneut untersuchen soll, wird von den Bürgermeistern der Städte Beverungen, Bad Karlshafen, Trendelburg und Boffzen positiv aufgenommen.

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Das Würgasser Kraftwerksgelände vor dem Rückbau (1992).

© Foto: Eon

„Wir sehen es als ein positives und richtiges Signal an, dass man das von den Ländern in Auftrag gegebene Gutachten offensichtlich sehr ernst nimmt und man sich mit den Ergebnissen der Studie nun intensiv auseinandersetzt. Die Erwartungshaltung an die Entsorgungskommission kann nur lauten, dass die Ergebnisse der vorliegenden Studie bestätigt werden. Denn die bisher von der BGZ ohne detaillierte Untersuchung propagierte Zeitersparnis beim Einlagerungsprozess ist bei weitem nicht so groß wie angenommen. Es ist deutlich geworden, dass Schacht Konrad auch ohne zentrales Bereitstellungslager gut beliefert werden kann. Es ist nun eine Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen, die nicht nur die Faktoren Zeit und Strecke umfasst, sondern auch auf die Gefahren für die Bevölkerung und die benötigten Arbeitskräfte intensiv eingeht. Hierzu hat das Logistik-Gutachten der Länder erste klare Hinweise gegeben. Schließlich sind die Kosten eines zentralen Bereitstellungslager nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Entwicklungen neu zu bewerten. Schließlich muss in die Betrachtung auch miteinbezogen werden, welche Auswirkungen ein zentrales Bereitstellungslager hinsichtlich des Facharbeitskräftemangels und der baulichen Ressourcen auf die Region hat. Zudem weisen wir daraufhin, dass Würgassen laut Regionalplan OWL nur einer von vier (immer wertvoller werdenden) Energiestandorten ist.
Die Führung des Bundesumweltministeriums hat offensichtlich erkannt, dass man so, wie bisher geschehen, nicht mit den Menschen in unserer Region umgehen kann. Hierzu hat zweifelsohne auch der Besuch der beiden Staatssekretäre vor Ort beigetragen. Das war ein gutes und wichtiges Signal an die gesamte Region. Der Kurswechsel des Ministeriums, diese so wichtige Angelegenheit nun mit Offenheit, Transparenz und Mitnahme der Menschen vor Ort zu begleiten, ist ein Eingeständnis, dass man aus den Fehlern der letzten zwei Jahre, unter anderen Verantwortlichkeiten, gelernt hat. Das begrüßen wir ausdrücklich.
Wir erwarten aber jetzt, dass auf der Grundlage des vorliegenden Länder-Gutachtens von den Plänen, in Würgassen ein Bereitstellungslager zu errichten, Abstand genommen und die Planungen hierfür unverzüglich eingestellt werden.“

Hubertus Grimm, Beverungen
Marcus Dittrich, Bad Karlshafen
Martin Lange, Trendelburg
Tino Wenkel, Boffzen

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