Roman Lob schafft es in Baku auf Platz acht

Euphoria: Loreen holt den Eurovision Song Contest nach Schweden

Baku (sb) - Die schwedische Sängerin Loreen hat den Eurovision Song Contests 2012 gewonnen. Nach einem mehr als dreistündigen Gesangs- und Punktevergabemarathon hat sich die zurückhaltende Sängerin gegen die 26 anderen Künstler mit 372 Punkten weit abgesetzt und das Rennen um den Grand Prix für sich entschieden. Zweiter wurden die russischen Buranowski Babuschk, Dritter wurde Serbien. Unser Star für Baku, Roman Lob schaffte es auf Platz acht mit 110 Punkten.

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Loreen gewinnt den ESC © AFP

26 Künstler aus ebenso vielen Nationen traten am Samstagabend in der Kristallhalle am Kaspischen Meer in der aserbaidschanischen Landeshauptstadt Baku im größten Gesangswettbewerb Europas gegeneinander an. 12 Solosängerinnen, neun männliche Solisten und fünf Musikgruppen oder Duos gingen beim 57. Eurovision Song Contest an den Start. Trotz dieser Vielzahl talentierter Künstler wurde eine Sängerin bereits im Vorfeld als Favoritin gehandelt, die Schwedin Loreen mit ihrem mystischen Dance-Popsong "Euphoria". Am Ende des Abends bestätigte sich diese Prophezeihung. Und so rieselte es nicht nur Schnee während ihres Auftritts, sondern auch danach 12-Punkte aus ganz Europa. Ihre kraftvolle Stimme gepaart mit Dance-Beats und mystischen Klängen überzeugten offensichtlich das europäische Publikum so sehr, dass sie über den expressionistischen Tanzstil, der „wilden Waldfee“, wie sie Kommentator Peter Urban beschrieb, hinwegsehen konnten. Schon vor dem tatsächlichem Ende der Punktevergabe war klar, dass der Sieg Schweden nicht mehr genommen werden kann. Mit 372 Punkten siegte Loreen schließlich haushoch und holte den fünften Grand-Prix nach Schweden.

Auch das Ergebnis der ebenfalls favorisierten „Russen-Omas“ mit ihrem musikalisch fragwürdigen Partysong „Party for Everyone“ entsprach den Prognosen der Buchmacher, sie belegten den zweiten Platz.

ARD-Kommentator Peter Urban lies es sich wie üblich während der dreistündigen Show nicht nehmen, die Musiker ironisch, fast zynisch zu kommentieren. Die russischen Omis Buranowski Babuschk verabschiedete er von der Bühne mit den Worten: „Mitsingen kann da jeder. Falsch ist es sowieso.“

Der deutsche Kandidat für den ESC, Roman Lob galt eher als Außenseiter mit wenig erfolgspotential. Ob nun wegen seiner musikalischen Fähigkeiten oder seiner Bambi-Augen, er hat es immerhin auf Platz acht geschafft und ist damit sogar zwei Plätze besser als Lena bei dem Versuch ihrer Titelverteidigung im letzten Jahr. Er stach, mit seiner zurückhaltenden Performance, vor allem durch Natürlichkeit hervor. Im Gegensatz zu den pompösen und teilweise schrillen Show-Einlagen anderer Nationen lieferte Roman Lob mit „Standing Still“ einen überzeugenden und zurückgenommenen Auftritt, der zwischen Popzirkus und viel nackter Haut gut bestehen konnte.

Der Eurovision Song Contest präsentierte sich wie üblich bunt, vielfältig und abwechslungsreich. Ein Abend zwischen dramatischen Balladen und modernen Partyhits, ungewöhnlichen Auftritten und zurückhaltenden Performances, Goldkehlchen und schrillen Vögeln.

2013 werden in Stockholm wieder Europas Musiktalente beim 58. Eurovision Song Contest um den Sieg, die Ehre, eine gläserne Trophäe und die Gastgeberschaft singen.

 Alle Platzierungen des Eurovision Song Contests auf einem Blick

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