Linker US-Senator: Gemeinsames Ziel ist eine Abwahl von Donald Trump

Ex-Präsidentschaftsbewerber Sanders unterstützt Biden im US-Wahlkampf

Washington (AFP) - Knapp eine Woche nach seinem Ausstieg aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten hat Bernie Sanders seinem einstigen Rivalen Joe Biden offiziell seine Unterstützung ausgesprochen. Der 78-jährige Senator rief die US-Bürger am Montag in einem gemeinsamen Livestream mit Biden auf, den künftigen Präsidentschaftskandidaten der Oppositionspartei zu unterstützen. Es sei "unerlässlich", dass nun alle an einem Strang zögen, um eine Wiederwahl von Donald Trump zu verhindern.
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Bernie Sanders (l.) und Joe Biden © AFP

"Ich rufe alle Amerikaner - alle Demokraten, alle Unabhängigen, auch viele Republikaner - auf, sich in diesem Wahlkampf zu vereinen, um deine Kandidatur zu unterstützen, hinter die ich mich stelle", sagte Sanders an Biden gerichtet. Trump sei der "gefährlichste Präsident der jüngeren US-Geschichte".

"Wir müssen dafür sorgen, dass Trump ein Präsident mit nur einer Amtszeit wird, und wir brauchen dich im Weißen Haus", fuhr Sanders fort. "Ich werde alles tun, damit dies geschieht, Joe."

Der selbsternannte "demokratische Sozialist" hatte am Mittwoch vergangener Woche seinen Ausstieg aus dem Präsidentschaftsrennen bekanntgegeben und damit den Weg für eine Nominierung Bidens freigemacht. Sanders versprach dabei zwar eine Zusammenarbeit mit dem Vertreter des moderaten Demokraten-Flügels, er sprach ihm aber zunächst nicht formal die Unterstützung aus. Sanders wollte zunächst Zugeständnisse von Biden in dessen Wahlprogramm erreichen.

Sanders hatte sich bereits im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2016 als Kandidat der US-Demokraten beworben, unterlag damals aber der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton. Nach Clintons Sieg bei den Vorwahlen zögerte Sanders lange, bis er der Ex-Rivalin seine offizielle Unterstützung zusicherte.

Bei den diesjährigen Vorwahlen der US-Demokraten hatte Sanders nach einer Reihe von Wahlschlappen so gut wie keine Aussichten mehr, sich gegen Biden durchzusetzen. Er hatte zum Auftakt der Vorwahlen zwar mehrere Erfolge eingefahren. Als sich das moderate Demokraten-Lager aber vor dem sogenannten Super Tuesday am 3. März weitgehend hinter Biden vereinte, wendete sich das Blatt. Der 77-jährige Ex-Vizepräsident konnte sich in der Folge einen immer größeren Vorsprung herausarbeiten.

Biden zeigte sich angesichts der Unterstützung durch Sanders "zutiefst dankbar". "Du warst die einflussreichste Stimme für ein faires und gerechteres Amerika", sagte der Ex-Vizepräsident an Sanders gerichtet. "Du hast die Interessen dieser Nation und die Notwendigkeit, Donald Trump zu besiegen, über alles andere gestellt." Wie Sanders gesagt habe, gehe es jetzt "nicht um das Ich, sondern um das Uns", fügte Biden hinzu.

Der 77-Jährige wandte sich auch an Sanders' Anhänger. "Ich sehe euch, ich höre euch, ich verstehe die Dringlichkeit dessen, was in diesem Land getan werden muss, und ich hoffe, dass ihr euch uns anschließen werdet", sagte er. "Ich werde euch dringend brauchen."

Biden kündigte an, dass er gemeinsam mit Sanders Arbeitsgruppen zu Themen wie dem Klimawandel, Gesundheitspolitik, sozialer Gerechtigkeit und Bildungspolitik einrichten werde. In diesen Feldern vertritt Sanders deutlich linkere Positionen als Biden.

Die meisten der inzwischen ausgeschiedenen Bewerber für die demokratische Präsidentschaftskandidatur haben sich bereits hinter Biden gestellt, darunter die Senatorinnen Kamala Harris und Amy Klobuchar sowie der Ex-Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg.

Biden soll bei einem Parteitag im August zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten gekürt werden. Die Präsidentschaftswahl findet am 3. November statt. Der Website RealClearPolitics zufolge kommt Biden in aktuellen Umfragen im Durchschnitt auf eine 5,9 Prozent höhere Zustimmung als Trump.

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