Verein Heimat und Kultur Gieselwerder

Exponate und Ausstellung in Geschichtswerkstatt

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Transport in mit 30 Personen völlig überfüllten Viehwaggons.

© Foto: privat

Gieselwerder (hak) - Bodenfunde von ortsnahen archäologischen Denkmälern zeigt die Geschichtswerkstatt des Vereins Heimat und Kultur Gieselwerder in Vitrinen. Betrachtet werden können Steinäxte und Feuersteingeräte von steinzeitlichen Siedlungs- und Rastplätzen sowie Keramikgefäße und Scherben von der mittelalterlichen Spitzenburg, dem Sitz der Grafen von Werder, und vom Gelände der gleichaltrigen zerstörten St.-Johannis-Kirche. Ferner sind Glasrelikte und Schmelzgefäßfragmente älterer Waldglashütten des Weserberglands ausgestellt – ein einzigartiges Fundspektrum.
Bis Mitte Oktober ist im Werkstattraum die Ausstellung „Flucht und Vertreibung vor 70 Jahren – Aufnahme und neue Heimat in Gieselwerder“ zu besichtigen. Fast 300 Vertriebene aus dem Sudetenland waren 1946 in Gieselwerder unterzubringen. Schon 200 Evakuierte aus den zerbombten Städten befanden sich im Dorf. Die Einwohnerzahl stieg um 45 Prozent auf rund 1.500 Bewohner.
Die nicht einfache Situation für Neuankömmlinge und Einheimische wird mit Fotos, Dokumenten, Karten und anderen Schriftstücken auf Schautafeln aufgezeigt. Es existiert eine Aufstellung aus 1948 mit den Namen sämtlicher zugezogener Familien und deren Wohnungsgeber. Dargestellt sind Beispiele zur Ausweisung und zur Integration. So haben Vertriebene aus dem Sudetenland ab 1950 in Gieselwerder 25 Wohngebäude errichtet.
Ein auf Anregung älterer Vertriebener erstelltes Fotobuch (48 Seiten) fand mehr als 60 Abnehmer. Ein geringes Restkontingent liegt im Ausstellungsraum aus und kann zum Selbstkostenpreis erworben werden.
Im selben Raum befindet sich die Ausstellung des Schiffervereins Gieselwerder „Auswanderung in die Neue Welt“. Die Öffnungszeiten sind sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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