Aufschwung dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen

Exporte und Investitionen sorgen für kräftiges Wachstum im dritten Quartal

Wiesbaden (AFP) - Starke Exporte sowie anziehende Investitionen in Maschinen und andere Ausrüstungen haben die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal kräftig wachsen lassen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im Vergleich zum Vorquartal um 0,8 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. In den kommenden Monaten dürfte sich der Aufschwung fortsetzen, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Die Unternehmen mahnten die neue Bundesregierung zu Strukturreformen.
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"Wir erleben einen Aufschwung auf breiter Basis", erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Unternehmen erweiterten dank der hohen Nachfrage zunehmend ihre Kapazitäten, deshalb zögen die Investitionen an. Die deutschen Unternehmen profitieren laut Wirtschaftsministerium zudem von der wieder stärker wachsenden globalen Nachfrage nach Industriegütern - die Exporte legten im dritten Quartal stärker zu als die Importe.

Die staatlichen und die privaten Konsumausgaben von Juli bis September hingegen lagen laut Statistik auf dem Niveau des Vorquartals. Sie waren aber im ersten Halbjahr ein "wesentlicher Wachstumsträger", wie das Wirtschaftsministerium betonte.

Im ersten Quartal war das BIP nach aktualisierten Zahlen um 0,9 Prozent gewachsen, im zweiten Quartal um 0,6 Prozent. Experten erwarten nun einen Sprung von über zwei Prozent im Gesamtjahr.

Denn auch im vierten Quartal dürfte die Konjunktur boomen: Viele Indikatoren deuteten auf eine "rege Fortsetzung" des Aufschwungs hin, erklärte das Wirtschaftsministerium. Das Geschäftsklima sei "rekordverdächtig gut", die Bauwirtschaft arbeite an der Kapazitätsgrenze, die Auftragslage im verarbeitenden Gewerbe werde "immer besser" und der Beschäftigungsaufbau "nimmt kein Ende".

Die aktuelle Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bestätigt dieses Bild: Die Konjunkturerwartungen der befragten Finanzmarktexperten erhöhten sich im November erneut. ZEW-Präsident Achim Wambach nannte den Ausblick "nach wie vor erfreulich positiv".

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben mahnte, die neue Bundesregierung müsse diesen Schwung nutzen. "Denn während es konjunkturell richtig gut läuft, liegt strukturell einiges im Argen." Aus Sicht der Unternehmen verliere Deutschland als Wirtschaftsstandort an Wettbewerbsfähigkeit – etwa mit Blick auf die Verkehrsinfrastruktur, die Unternehmensbesteuerung und das Fachkräfteangebot. Ganz oben auf der Prioritätenliste setzen die Betriebe demnach den Bürokratieabbau und die Digitalisierung.

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