Mit dem Fahrrad rund um Kuba

Fernab der Touristenströme

Kuba/Beverungen (brv) - Mit einer Kuba-Radrundfahrt stand für die beiden Beverunger Radsportler Karl-Erich Wessler und Kurt Schwietzke in diesem Jahr eine Tour der besonderen Art an. Fernab der üblichen Touristenströme führte die Tour im Uhrzeigersinn über fast 3.000 km einmal um die gesamte gut 1.000 km lange Karibikinsel.

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Karl-Erich Wessler (l.) und Kurt Schwietzke vor einer typischen Unterkunft auf Kuba.

© Foto: privat

Alles war in der vorgegebenen Zeit nicht mit dem Rad möglich, so wurden auch Überlandzüge, kleinere Bus- oder Taxi Etappen zu ganz außergewöhnlichen Erlebnissen und schrieben nebenbei Ihre eigenen Geschichten.

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Karl-Erich Wessler half bei der Tabakernte mit.

© Foto: privat


Zunächst ging es mit dem Flieger direkt über 10 Stunden zum Ausgangspunkt der Tour nach Varadero.
In 24 Tagen legten die beiden Beverunger die ca. 2980 Kilometer lange Strecke rund um die Karibikinsel zurück. An manchen Tagen setzte mörderische Hitze den Radlern arg zu, sodass sie auch schon einmal gezwungen waren, einen Zug zu nutzen. „Wir fanden eine Bahnstation und nutzen, nachdem unsere Räder im Waggon verstaut wurden, einen Überlandzug über 180 km in 7 Stunden. Eine unterhaltsame Fahrt, denn Geflügel aller Art und reichlich Musik im Zug ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Auch der Preis war unglaublich. 2 Personen und 2 Räder für weniger als 50 Pesos. 1 Peso entspricht ca. 7 Cent“, erklärte Karl-Erich Wessler.
Als erstes wichtiges Ziel stand Santa Clara, Ausgangspunkt der kubanischen Revolution auf dem Plan. Dort begegneten den Radlern dann auch die Revolutionsführer Che Guevara und Fidel Castro an jeder zweiten Hauswand oder jedem freien Platz.

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7 Stunden brauchte dieser Zug um 180 Kilometer zurückzulegen.

© Foto: privat


Inmitten der schönen Landschaft trafen die beiden Radsportler auf eine Tabakplantage, auf der gerade geerntet wurde. Da ließen es sich die beiden nicht nehmen, selbst mit Hand anzulegen. Vor der Weiterfahrt gaben sie den Arbeitern etwas Geld und man freute sich unglaublich darüber.
Auf ihrer Tour kamen die Radler natürlich auch in die Hauptstadt Havanna. Hier wurde den Reisenden der unvorstellbare Zerfall der Gebäude und der Straßen deutlich. In der Altstadt dagegen war es wie im Rausch. Auch Wessler und Schwietzke wurden vom Samba- und Salsa-Fieber angesteckt.
Ein Militärgebiet lag ebenfalls auf der Wegstrecke. Eine der letzten patriotischen Sozialistinnen stand plötzlich vor Karl-Erich Wessler, als dieser ein paar Schnappschüsse gemacht hatte, und wollte den Fotoapparat in Beschlag nehmen. Die Dame ließ nicht locker und die beiden Reisenden mussten mit zum naheliegenden Militärposten kommen. Die Fotos mussten gelöscht werden und die Ausweise wurden einer gründlichen Kontrolle unterzogen.

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Die Zigarre ist immer dabei: Bewohner Havannas posen vor der Kamera.

© Foto: privat


Nach dreieinhalb Woche, die beiden Beverunger legten dabei 1780 Fahrradkilometer zurück, erreichten Kurt Schwietzke und Karl-Erich Wessler wieder die Heimat. Sie kamen zu dem Fazit: „Wir haben die Karibikinsel meist fernab der Touristenströme erlebt und genossen. Kuba steht mehr oder weniger vor dem totalen Verfall. Ohne massive Hilfe von außen wird es sicher eher noch schlechter als besser. Und selbst wenn Hilfe kommt, wird es Jahrzehnte dauern, bis ein halbwegs erträgliches Niveau erreicht wird. Die Menschen sind jedoch trotz der Armut, der Durchschnittsverdienst beträgt 25-30 CUC (Euro) im Monat unglaublich freundlich und hilfsbereit und finden in allen Lagen, wie auch immer, eine Lösung.“

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