Auch von Donnersmarck und Daniel Brühl nominiert

Film über Dick Cheney ist Topfavorit bei Golden Globes

Los Angeles (AFP) - "Vice - Der zweite Mann", ein biographischer Film über den früheren US-Vizepräsidenten Dick Cheney, ist der Top-Favorit für die Golden Globes. Der Film wurde am Donnerstag für sechs der begehrten US-Filmpreise nominiert. Auch der deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Film "Werk ohne Autor" und der deutsch-spanische Schauspieler Daniel Brühl wurden als Golden-Globes-Kandidaten ausgewählt.
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Der deutsche Filmregisseur Florian Henckel von Donnersmarck © AFP

"Vice" wurde in der Kategorie als bester komischer Film nominiert - obwohl der Film nicht nur lustig ist, sondern auch starke dramatische Elemente hat. Der britische Hauptdarsteller Christian Bale, der sich für seine Darstellung des Stellvertreters von Ex-Präsident George W. Bush äußerlich bis zur Unkenntlichkeit verwandeln musste, holte ebenfalls eine Nominierung.

"Vice" wurde auch für seine Schauspieler Amy Adams (als Cheneys Frau Lynne) und Sam Rockwell (als Bush) nominiert. Der Schöpfer des Films, Adam McKay, zieht in die Rennen um die Auszeichnungen für Regie und Drehbuch.

Weitere großen Favoriten für die Golden Globes mit jeweils fünf Nominierungen sind der Musikfilm "A Star Is Born" mit Lady Gaga, das im England des 18. Jahrhunderts angesiedelte Drama "The Favourite - Intrigen und Irrsinn" sowie "Green Book - Eine besondere Freundschaft", eine Drama-Komödie zur früheren scharfen Rassentrennung im Süden der USA.

Auf jeweils vier Nominierungen kommen Spike Lees "BlacKkKlansman," die wahre Geschichte eines Afroamerikaners, der in den rassistischen Ku Klux Klan eingeschleust wurde, und der Disney-Film "Mary Poppins' Rückkehr".

Von Donnersmarck tritt mit "Werk ohne Autor" für den Preis für den besten fremdsprachigen Film an. Mit seiner Geschichte eines Kunststudenten in Nachkriegsdeutschland - dargestellt von Tom Schilling - konkurriert der 45-Jährige unter anderen gegen Alfonso Cuarón. Der mexikanische Starregisseur wurde für sein vom Streamingdienst Netflix produziertes Werk "Roma" nominiert. Die weiteren nominierten fremdsprachigen Filme sind "Girl" (Belgien), "Kapernaum" (Libanon) und "Shoplifters - Familienbande" (Japan).

Brühl wiederum wurde für seine Hauptrolle in der US-Fernsehserie "The Alienist - Die Einkreisung" als Kandidat ausgewählt. Er spielt darin einen Seelenarzt im späten 19. Jahrhundert, der einem Serienmörder auf der Spur ist. Der 40-jährige konkurriert in der Kategorie des besten männlichen Hauptdarstellers in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm gegen Antonio Banderas, Darren Criss, Benedict Cumberbatch und Hugh Grant.

Die Golden Globes werden am 6. Januar im kalifornischen Beverly Hills verliehen. Die vom Verband der Auslandspresse in Hollywood vergebenen Auszeichnungen gelten generell als wichtiger Wegweiser dafür, welche Filme bei den später verliehenen Oscars die besten Chancen haben könnten. Sie sind allerdings ein nicht unbedingt zuverlässiger Indikator.

So gewann im vergangenen Januar der deutsche Regisseur Fatih Akin für seinen Thriller "Aus dem Nichts" den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film. Bei den Oscars ging Akin dann aber leer aus, sein Film wurde nicht einmal nominiert.

Von Donnersmarck hatte 2007 einen Oscar für das Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" gewonnen. Es war der bislang letzte deutsche Film, der den begehrtesten Filmpreis der Welt holte.

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