Hospiz-Verein Holzminden

Fortbildung für Seniorenbegleiter

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Die ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen und der eigenen Haltung gegenüber Sterben, Tod und Trauer wurden durch vielfältige Übungen erlebbar.

© Foto: Silvia Kieven/Landkreis Holzminden

Holzminden (ozm) - Wenn Menschen schwer krank sind oder im Sterben liegen, ist für die ganze Familie und den Freundeskreis oft nichts mehr, wie es war. In dieser Zeit können ehrenamtliche Begleiter*innen aus der Hospizarbeit und Trauerbegleitung unterstützen. Auf Einladung des Senioren- und Pflegestützpunktes des Landkreises Holzminden konnte mit finanzieller Unterstützung der Freiwilligenakademie Niedersachsen ehrenamtlichen Seniorenbegleiter*innen das sensible Thema der Sterbe- und Trauerbegleitung in den Räumen des Hospiz-Vereins in der Holzmindener Neuen Straße näher gebracht werden.
Der Hospiz-Verein Holzminden bietet Sterbenden und deren Angehörigen die Möglichkeit, dass ihnen qualifizierte Hospizbegleiter*innen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen. Die ehrenamtlichen Helfer begleiten genau dort, wo die Betroffenen gerade leben - in ihrer Wohnung, im Altenheim, im Krankenhaus oder im Hospiz. Die Sterbebegleiter sind für den sterbenden Menschen da. Sie reden über das Leben und den Tod, schauen gemeinsam ein Fußballspiel oder sitzen am Bett, während der Angehörige mal eben zum Einkaufen fährt. Sie unterstützen da, wo es gebraucht wird. Darüber hinaus sind sie auch für die Familien und Freund*innen der Sterbenden da – nicht nur während der Zeit bis zum Ende des Angehörigen, sondern auch während der Zeit der Trauer nach dem Tod.
Trotz Corona-Bedingungen gelang es den Referentinnen Diana Schwannecke und Eva Bertram vom Hospiz-Verein Holzminden, den Teilnehmenden durch vielfältige Beiträge und Selbsterfahrungseinheiten einfühlsam die vielschichtigen Inhalte zu vermitteln. Die Seniorenbegleiter*innen erfuhren etwas darüber, in welch hohem Maß die Trauer- und Sterbebegleitung von den Betroffenen, der Familien und dem sozialen Umfeld wertgeschätzt wird. „Der Verlust eines nahestehenden Menschen kann eine starke Belastung für die Angehörigen sein“, wusste Diana Schwannecke aus ihren eigenen vielfältigen Begleitungen zu berichten, „Trauer- und Sterbebegleitung ist deshalb eine mitmenschliche und notwendige Aufgabe, insbesondere dort, wo es keine Unterstützung im sozialen Umfeld gibt.“
Für die Begleiter*innen bedeutet eine solche Hilfe aber auch, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen, mit der eigenen Angst vor dem Sterben und mit der Frage, was danach kommt - oder nicht. „Tod, Sterben und Verlust sind immer Abschiede“, beschrieb Eva Bertram die einzelnen Sterbephasen. Sie ermutigte die Teilnehmenden, ihre Trauer zuzulassen, sie zu durchleben und darin ihren eigenen Weg zu gehen.
„Für alle Teilnehmenden war diese Fortbildung eine große, besondere Erfahrung und eine Bereicherung für die eigene Begleitung von Senior*innen“, resümierte Silvia Kieven vom Senioren- uns Pflegestützpunkt nach der Veranstaltung. „Die Menschen, die in den Hospizdiensten arbeiten, verdienen größte Anerkennung und Wertschätzung. Sterbende Menschen und deren Angehörige zu begleiten, ist eine der wichtigsten und intensivsten Formen des Engagements überhaupt. Was diese ehrenamtlich tätigen Menschen leisten, ist von unschätzbarem Wert“, bedankte sie sich bei allen Teilnehmenden für das besondere Engagement.

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