Trierweiler bezieht Stellung gegen Hollandes Ex Royal

Frankreichs First Lady mischt Parlamentswahlkampf auf

Paris (AFP) - Eklat im Elysée-Palast: Frankreichs First Lady Valérie Trierweiler hat sich in den Parlamentswahlkampf eingemischt und sich offen gegen die Linie des sozialistischen Präsidenten François Hollande gestellt. Per Kurznachrichtendienst Twitter unterstützte die Lebensgefährtin des Staatschefs einen Kandidaten im westfranzösischen La Rochelle, der dort gegen Hollandes Ex-Partnerin Ségolène Royal antritt.
Trierweiler (l.) und Royal Bild anzeigen
Trierweiler (l.) und Royal © AFP

Bei der Stichwahl in La Rochelle geht es um das politische Überleben der einstigen sozialistischen Präsidentschaftskandidatin Royal, die mit Hollande vier Kinder hat. Die Sozialisten (PS) hatten ihren Gegenkandidaten Olivier Falorni ausgeschlossen, weil der seine Kandidatur nicht zugunsten von Royal zurückziehen wollte.

Auch Hollande, der sich eigentlich nicht in den Parlamentswahlkampf einmischen wollte, sprang Royal bei. "In diesem Wahlkreis in Charente-Maritime ist Ségolène Royal die einzige Kandidatin der Präsidentenmehrheit, die meine Unterstützung hat", schrieb er auf dem offiziellen Wahlwerbezettel der 58-Jährigen. Seine Unterstützung brachte Hollande auch in einem "sehr langen" Telefonat zum Ausdruck, wie Royal am Dienstagmorgen versicherte.

Wenige Stunden später schickte Hollandes Lebensgefährtin, die ein extrem schwieriges Verhältnis zu dessen Ex-Partnerin hat, eine Nachricht über Twitter: "Nur Mut für Olivier Falorni, der sich als würdig erwiesen hat, der seit so vielen Jahren selbstlos an der Seite der Bürger von La Rochelle kämpft."

Hollande und die 47-jährige Politikjournalistin Trierweiler sind seit 2005 ein Paar, der Sozialist hatte dies aber erst im Jahr 2010 offiziell gemacht. Royal wiederum hatte sich direkt nach ihrem verlorenen Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2007 wegen Trierweiler von Hollande getrennt. Dennoch unterstützte sie im diesjährigen Präsidentschaftswahlkampf engagiert die Kandidatur von Hollande.

Royal, die eigentlich Parlamentspräsidentin werden will, muss um ihren Sitz in La Rochelle bangen. Die erste Runde hatte die Sozialistin nur knapp mit 32 zu 29 Prozent vor Falorni gewonnen. Vertreter der konservativen UMP vor Ort stellten sich bereits hinter Falorni. In der zweiten Runde am kommenden Sonntag gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen.

Royal wollte die Twitter-Botschaft von Frankreichs First Lady nicht kommentierten. "All meine Energie, all meine Gedanken sind bei den Wählern", sagte sie nur. Sozialistenchefin Martine Aubry und Grünen-Chefin Cécile Duflot waren am Dienstag eigens nach La Rochelle gereist, um sie zu unterstützen. Falorni sagte seinerseits mit Blick auf Trierweiler: "Ich freue mich über diese freundschaftliche Unterstützung." Er kritisierte auch, dass sich der Präsident in den Wahlkampf eingemischt habe.

Vertreter der konservativen UMP hielten den Sozialisten eine "Posse" im Elysée-Palast vor, wie der Abgeordnete Eric Ciotti schrieb. Ein anderer sprach von "Dallas" im Präsidentenpalast.

In den Hintergrund rückte angesichts dieser Auseinandersetzung das Ringen um den Einzug rechtsextremer Kandidaten in die Nationalversammlung. Nachdem eine Sozialistin entgegen der Empfehlung ihrer Partei an ihrer Kandidatur im südfranzösischen Carpentras festhält, kann sich dort nun doch die Enkelin des Front-National-Gründers Jean-Marie Le Pen Hoffnungen machen. Die Rechtsextremen rechnen nun mit fünf bis sieben Parlamentssitzen.

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