Klöckner nennt SPD-Mitgliederentscheid als abschreckendes Beispiel

Führende CDU-Politiker bekräftigen Ablehnung von Urwahl

Leipzig (AFP) - Vor den Gremiensitzungen zur Vorbereitung des CDU-Parteitags in Leipzig haben sich mehrere führende Christdemokraten gegen eine Urwahl der Kanzlerkandidatin oder des Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) nannte am Donnerstag in Leipzig den Mitgliederentscheid bei der SPD als Beispiel, "wie Urwahlen nicht laufen sollten". Bei diesem "Casting" würden Frauen "eher noch als Platzhalter degradiert", damit Männer auch kandidieren könnten, zudem mache "nur die Hälfte mit".
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CDU-Politiker gegen Kanzlerkandidaten-Urwahl © AFP

Klöckner sprach sich dafür aus, das bisherige Nominierungsverfahren beizubehalten, bei dem "demokratisch legitimierte Delegierte" die Kandidatin oder den Kandidaten auf einem Parteitag nominierten.

Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans sagte am Donnerstag in Leipzig, er halte "nichts" von einer Urwahl, wie sie unter anderem von der Jungen Union (JU) gefordert wird.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sagte, er kenne in seinem Bundesland "nicht allzuviele Unterstützer", die von der Urwahl-Idee überzeugt seien. In Baden-Württemberg gebe es offenbar eine "ähnliche Skepsis".

Auch er verwies auf den laufenden Mitgliederentscheid in der SPD, mit dem ein neues Führungsduo bestimmt wird. "Wir sehen die SPD seit sechs Wochen in der Selbstbeschäftigung". Vor allem sei ihm aber wichtig, dass eine Entscheidung über eine Kanzlerkandidatur "zwischen CDU und CSU gemeinsam fallen" müsse, und zwar "auf Augenhöhe", sagte Laschet.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte nach den jüngsten innerparteilichen Querelen, sie erwarte eine "kontroverse Debatte". Das sei auch "vollkommen selbstverständlich", hob sie beim traditionellen Hallenrundgang in der Leipziger Messe hervor, wo der Parteitag am Freitag und Samstag stattfinden wird. Angesprochen auf die von Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz angekündigte Rede am Freitag sagte Kramp-Karrenbauer, sie freue sich auf einen "spannenden Austausch".

Klöckner sagte zu der anhaltenden Personaldiskussion in der CDU, sie gehe davon aus, dass bei dem Parteitag nicht über Personal debattiert werde. Es sei "gewünscht", dass Merz "im Team mitmacht". Sie erwarte, dass auch Merz am Freitag "sehr inhaltlich" sprechen werde.

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