Antiterroreinheit nach Anschlag auf israelische Sportler in München gegründet

GSG-9-Gründer Ulrich Wegener gestorben

Berlin (AFP) - Der Gründer der Antiterroreinheit GSG 9, Ulrich Wegener, ist tot. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) würdigte ihn am Mittwoch als "einen hervorragenden Polizisten, der enorm viel für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland geleistet hat". Nach Angaben der "Bild"-Zeitung starb Wegener schon am 28. Dezember im Alter von 88 Jahren, ein Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam bestätigte dies nicht.
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GSG-9-Gründer Ulrich Wegener © AFP

Die Grenzschutzgruppe 9 - kurz GSG 9 - wurde 1972 als Spezialeinheit der Bundespolizei zur Bekämpfung von schwerster und organisierter Kriminalität sowie Terrorismus gegründet. Auslöser war ein Anschlag, der die Welt erschütterte. 1972 überfiel ein palästinensisches Kommando israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München.

Eine Befreiungsaktion auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck endete mit einem Fiasko für die deutsche Polizei. Bei der Schießerei in der Nacht vom 5. auf den 6. September 1972 wurden alle israelischen Geiseln getötet, weil es den Polizisten nicht rechtzeitig gelang, die Entführer auszuschalten. Unmittelbar danach beauftragte der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) den Verbindungsoffizier des Bundesgrenzschutzes, Ulrich Wegener, mit dem Aufbau einer neuartigen Spezialeinheit.

Bekannt wurde die GSG 9 durch die Befreiung der von palästinensischen Terroristen entführten Lufthansa-Maschine "Landshut" mit 91 Menschen an Bord. Bei der Befreiungsaktion unter Führung von Wegener auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu gelang es der GSG 9 in der Nacht zum 18. Oktober 1977, alle Geiseln unverletzt zu befreien.

De Maizière erklärte in Berlin, Wegener gebühre Dank und Anerkennung. "Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

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