Aufruf zu Selbstmordanschlägen zur Last gelegt

Gesuchter Islamist Denis C. offenbar auf der Flucht

Berlin (AFP) - Der gesuchte Berliner Islamist Denis C. hat sich nach Informationen der "Welt am Sonntag" offenbar ins Ausland abgesetzt. Die Zeitung berichtete vorab unter Berufung auf Sicherheitskreise, den Behörden lägen inzwischen Erkenntnisse vor, wonach C. kürzlich nach Ägypten geflohen sei. Er gelte als Anhänger der verbotenen salafistischen Vereinigung Millatu Ibrahim und werde von den Sicherheitsbehörden als islamistischer Gefährder eingestuft. Vor einigen Wochen sei Haftbefehl gegen ihn erlassen worden.
Gesuchte Berliner Salafist setzt sich ins Ausland ab Bild anzeigen Gesuchte Berliner Salafist setzt sich ins Ausland ab © AFP

Die Zeitungen der WAZ-Gruppe berichten, Denis C. sei bereits Anfang Juni untergetaucht, und es werde nach ihm bundesweit gefahndet. Terrorexperten schätzten sein Verschwinden als "unkalkulierbares Gefahrenpotenzial" ein. Nach Informationen der WAZ-Gruppe ist C. der Kopf von Millatu Ibrahim und hat unter verschiedenen Decknamen mit Terroranschlägen gedroht.

Sein Markenzeichen seien gesungene Terrorbotschaften, in denen er Deutschland als "Schlachtfeld" bezeichne und zu Selbstmordanschlägen aufrufe. Er habe sich zuletzt in Solingen aufgehalten. Vor einigen Jahren war Denis C. noch als Rap-Musiker unter dem Namen "Deso Dogg" tätig.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte Millatu Ibrahim Mitte Juni verboten, da diese Gruppe den "aktiven Kampf gegen die verfassungsmäßige Ordnung" propagiere. So habe Millatu Ibrahim die gewaltsamen Ausschreitungen Anfang Mai in Solingen und Bonn in sogenannten Kampfvideos legitimiert und zu weiteren Gewalttaten aufgerufen.

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