Der Innenminister will sämtliche Fan-Privilegien auf den Prüfstand stellen, darunter auch die Stehplätze. "Als Fußballfan hoffe ich, dass es nicht so kommt, dass es in Deutschland wie in anderen Ländern bald nur noch Sitzplätze in den Stadien gibt", sagte der CSU-Politiker. An die Adresse der Fußball-Anhänger sagte er, entscheidend sei bei allem: "Die Fans haben es selber in der Hand!"
Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, forderte hohe Strafzahlungen für Vereine und die Abschaffung der Stehplätze in deutschen Stadien. "Die Stehplätze gehören abgeschafft, die Zäune erhöht und bei jeder Ausschreitung sollten für den Verein 100.000 Euro fällig werden", sagte Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
In einigen anderen nationalen Ligen, etwa der englischen Premiere League, sind Stehplätze aus Sicherheitsgründen seit längerem verboten. Das gilt auch bei internationalen Wettbewerben wie der Champions League oder Länderspielen.
Die Innenminister von Bund und Ländern beraten derzeit bei ihrer Frühjahrskonferenz in Göhren-Lebbin in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem auch über das Thema Gewalt im Fußball. Bei Spielen der Fußball-Bundesliga hatte es zuletzt mehrfach Zwischenfälle gegeben. So kam es nach Partien zu Krawallen, in Stadien wurden Spiele durch Rauchbomben und Leuchtkörperwürfe gestört. Beim Relegationsspiel zwischen Hertha BSC Berlin und Fortuna Düsseldorf um den Aufstieg in beziehungsweise Abstieg aus der ersten Liga waren hunderte Fans vor Abpfiff auf den Platz gestürmt.
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