Ausstellungseröffnung im Glasmuseum Boffzen

Glaskunst und Abenteuer

Von Barbara Siebrecht
Boffzen – Von einer Weltreise zweier junger Frauen und der Leidenschaft für Glas erzählt die neue Ausstellung mit dem Titel „Weiberwalz“ im Glasmuseum in Boffzen, die bis zum Sonntag, dem 14. August 2016, gezeigt wird.

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Franka Tasch (Glasmacherin) und Walter Waske (Freundeskreis Glasmuseum Boffzen) präsentieren die neue Ausstellung.

© Foto: Siebrecht

Schon während ihrer Ausbildung an der einzigen Glasfachschule in Deutschland in Zwiesel an der tschechischen Grenze schmiedeten die beiden mutigen Frauen Pläne für eine Studienreise nach Vorbild der Handwerksburschen. Bei ihrer Walz um den Glasglobus wollten die beiden gemeinsam reisen, vor Ort gegen Kost und Logis in den Glasmacherwerkstätten arbeiten und berufliche und persönliche Erkenntnisse sammeln. Mit einem guten Konzept warben die Glaskünstlerinnen um Sponsoren für die Reisekosten und knüpften Kontakte in aller Welt.
"Wir haben nur positive Erfahrungen gemacht, die Glasmacher sind wie eine große Familie und haben uns herzlich aufgenommen und unterstützt“, berichtete Franca Tasch. Aus der geplanten Reise über ein Jahr wurden zwei Jahre und zwei Tage. Die Frauen besuchten im ersten Jahr ihrer Weiberwalz 2012 zunächst Skandinavien. In einer Glasmacherwerkstatt war Franka Tasch als achtjähriges Mädchen mit der Glasbläserei (Glaspusteri) in Kontakt gekommen und hatte sich faszinieren lassen.

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Die Ausstellung umfasst Werkstücke und Fotos von der „Weiberwalz“.

© Foto: Siebrecht

Zu den Zielen in Europa gehörten natürlich auch die Glasbläserinsel Murano bei Venedig und die Glashütten in Tschechien. Ihr Abendteuer führte sie über vier Kontinente in 21 Länder, zu den Glaskünstler in die USA, bis nach China zur industriellen Fertigung und winzigen Glastieren und von Hawaii über die Türkei wieder nach Hause. Sie erfuhren, warum das Glas in Japan so zäh ist, wie die Inder einen Glasmacherofen per Eisenkarre transportieren oder wo die größte Glas-Bibliothek der Welt steht. Die Ausstellung im Glasmuseum Boffzen zeigt Werke aus der Ausbildungszeit in Zwiesel, Stücke, die auf der Weltreise entstanden und gut verpackt und in mehreren Sprachen mit „Vorsicht Glas“ gekennzeichnet in die Heimat geschickt wurden und Glasgegenstände, die nach der Reise entstanden sind und auf den vielfältigen Eindrücken beruhen. Louise Lang studiert gegenwärtig Bildende Kunst an der Hochschule in Braunschweig.

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Franka Tasch zeigt die Kawasaki-Kanne, zu der sie in Japan inspiriert wurde.

© Foto: Siebrecht

Franca Tasch ist heute selbständige Glasmacherin mit einer Werkstatt in Würzburg und stellt unter anderem die Kawasaki-Kanne her. Von japanischen Glaskünstlern inspiriert ist an diesem Werkstück die Verbindung von dem, in einer Form geblasenen quadratischen Unterteil, mit dem frei geformten, runden Oberteil besonders spannend. Die Werkstücke mit der Verbindung verschiedener Glasfarben, Verspiegelungen, Schliffe und Sprüngen und die vielen Bilder aus den Glaswerkstätten in aller Welt dokumentieren anschaulich die Welt der Glasmacher und die Reiseerlebnisse der Frauen.
Das Glasmuseum Boffzen in der Bahnhofstraße 9c ist zu erreichen über www.glasmuseum-boffzen.de oder Tel. 05271/49909 oder 05271/95600 und zu den Öffnungszeiten
mittwochs 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags, 11 bis 17 Uhr, sowie zu Sonderöffnungszeiten auf Nachfrage zu besichtigen.

Wer Louise Lang und Franca Tasch bei der Arbeit erleben möchte, kann dies am 25. und 26. Juni beim Jubiläumsfest von Noelle & von Campe.

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