Pasok befürwortet Vorschlag

Griechischer Präsident empfiehlt Technokraten-Regierung

Athen (AFP) - Angesichts der politischen Blockade in Griechenland hat Präsident Karolos Papoulias die Bildung einer Experten-Regierung vorgeschlagen. Um einen Austritt aus dem Euro zu vermeiden, habe der Staatschef vorgeschlagen, ein vom Parlament gestütztes Technokraten-Kabinett zu bilden, sagte der Vorsitzenden der sozialistischen Pasok, Evangelos Venizelos, nach einem einstündigen Treffen. Die Gespräche zur Regierungsbildung sollen nun am Dienstag fortgesetzt werden.
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Papoulias (r.) mit Dimar-Chef Kouvelis © AFP

Die Regierung solle aus "angesehenen und nicht-politischen Persönlichkeiten" bestehen, sagte Pasok-Chef Venizelos. Er selbst befürworte die Bildung eines solchen Kabinetts aus Experten. Auch der Vorsitzende der konservativen Nea Dimokratia, Antonis Samaris, sagte, er sei bereit, darüber zu diskutieren. "Jeder muss seine Verantwortung wahrnehmen, unsere Anstrengungen werden morgen fortgesetzt."

Der Chef der linksdemokratischen Partei Dimar, Fotis Kouvelis, der ebenfalls an dem Treffen teilgenommen hatte, sprach sich gegen eine Experten-Regierung aus, sagte aber seine Teilnahme an den weiteren Gespräche zu. Kouvelis hatte zuvor gesagt, er sehe keine Möglichkeit einer Regierungsbildung, wenn die linksradikale Syriza-Partei sich nicht an einer Koalition beteilige. Syriza fordert eine Aufkündigung des mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparkurses.

Bei der Wahl hatten besonders die Parteien Zulauf erhalten, die den mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparkurs ablehnen. Eine Abkehr davon würde jedoch den Stopp der für das Land überlebenswichtigen Hilfszahlungen und somit einen Austritt aus der Euro-Zone zur Folge haben.

© AFP

Die Börsen in Athen und in anderen europäischen Hauptstädten reagierten mit deutlichen Kurseinbrüchen. In Athen lag der Leitindex in der Mittagszeit um mehr als fast fünf Prozent im Minus, die spanischen und italienischen Börsen verzeichneten Kursrückgänge um mehr als drei Prozent, in Frankfurt, Paris und London fielen die Verluste etwas moderater aus.

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