Habeck und Baerbock betonen Notwendigkeit zur Übernahme von Regierungsverantwortung

Grüne stärken ihr Spitzenduo - Rekordergebnis für Baerbock

Bielefeld (AFP) - Die Grünen haben ihr Spitzenduo deutlich gestärkt: Mit einem Rekordergebnis von 97,1 Prozent bestätigte der Bundesparteitag in Bielefeld am Samstag Annalena Baerbock für zwei Jahre im Amt. Robert Habeck wurde mit 90,4 Prozent wiedergewählt. Baerbock und Habeck betonten vor der Wahl die Notwendigkeit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. "Wir sind keine Bürgerbewegung mehr, wir sind eine politische Kraft, die den Auftrag zur Gestaltung hat", sagte Habeck.
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Habeck und Baerbock nach ihrer Wiederwahl © AFP

Baerbock sagte in ihrer Bewerbungsrede: "Wir müssen breitere Bündnisse schaffen, und zwar nicht nur mit denen, die genauso ticken wie wir, sondern gerade mit denen, die uns herausfordern." Es gehe darum, "mutig voranzugehen". "Wer sich nicht traut, überlässt die Gestaltungsmacht der globalisierten Wirtschaft", mahnte Baerbock.

"Wir haben diese Kraft für diese Verantwortung in diesen Zeiten", sagte Baerbock unter dem Beifall der Delegierten. Sie fügte hinzu: "Das ist erst der Anfang. Wir haben noch lange nicht fertig." Ihr Ergebnis von 97,1 Prozent ist das beste Ergebnis, das bislang bei einer Grünen-Vorsitzendenwahl erzielt wurde.

Habeck sagte: "Wir dürfen uns nicht von Ängstlichkeit leiten lassen." Manchmal erscheine es ihm, als ob die Grünen vor 40 Jahren genau für diese Zeit gegründet worden seien. Er fügte zugleich hinzu: "Machen wir uns nichts vor, die nächsten zwei Jahre werden hart werden." Alle anderen Parteien eine der Wunsch, "dass die Grünen wieder kleiner werden", sagte er.

Auf die 38-jährige Baerbock entfielen bei der Wahl 740 von 762 abgegebenen Stimmen, elf Delegierte votierten mit Nein und elf weitere enthielten sich. Der 50-jährige Habeck bekam 704 Ja-Stimmen, 37 Delegierte votierten gegen ihn, 38 enthielten sich.

Beide führen die Partei seit Januar 2018. Damals hatte Habeck ohne einen Gegenkandidaten 81,3 Prozent erzielt. Baerbock hatte sich mit gut 64 Prozent gegen die Parteilinke Anja Piel durchgesetzt. In Bielefeld hatten beide Vorsitzenden keine Gegenkandidaten.

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner wurde ebenfalls im Amt bestätigt, er erhielt 87,3 Prozent. Der Parteitag wählte zudem Ricarda Lang mit 87,8 Prozent erstmals zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden, sie ist zudem die neue frauenpolitische Sprecherin. Jamila Schäfer wurde mit 85,4 Prozent wiedergewählt, sie wurde zudem als europäische und internationale Koordinatorin bestätigt.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte in einer Rede auf dem Grünen-Parteitag: "Es wächst uns eine neue Rolle zu." Die Grünen hätten "nicht mehr nur die Rolle, mitzugestalten, sondern auch mitzuführen". Er betonte: "Jetzt wählen uns nicht mehr nur eingefleischte Ökos." Er verwies auf zwei zentrale Herausforderungen: Den großen Umbruch durch Klimaveränderungen und das kälter werdende gesellschaftliche Klima durch das Erstarken der Rechtspopulisten.

Das Thema Klimaschutz bildet den Schwerpunkt der Beratungen am Sonntag zum Abschluss des Parteitags.

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