Aktionsbündnis Salzfreies Märchenland zum Pipeline-Aus

Haldenproblem und Werrabelastung bleiben

Landkreis Kassel (hak) - Das Aktionsbündnis Salzfreies Märchenland begrüßt das Aus für die Oberweserpipeline. Dies ist sicher nicht zuletzt ein Erfolg der vielen bürgerlichen Umweltschutz-Initiativen. Andererseits sind die jetzt vorgesehenen Alternativen folgenschwer für das Ökosystem Werra und die Bergbauregion. Viele Forderungen der Umweltschützer an einen nachhaltigen Kalibergbau sind noch nicht erfüllt, denn:
Die Einstapelung von Salzabwässern in untertägige Hohlräume ist bisher berechtigterweise mit dem Verweis auf notwendige Langzeituntersuchungen der hochkomplexen Lösungsvorgänge aus Sicherheitsgründen abgelehnt worden. Insbesondere im raubbauverdächtigen, auf kurzfristige Profitmaximierung getrimmten Kammer-Pfeiler-Verfahren der K+S AG müssen die tragenden Pfeiler vor Auflösung geschützt werden. Als Minimalforderung ist jedenfalls eine Rückholbarkeit der Abwässer sicherzustellen und schon aus Gründen des Risikomanagements ist eine Aufbereitungstechnik für diese Abwässer zu entwickeln.
Ein ganz wesentlicher Kritikpunkt ist die Verschwendung von Ressourcen durch die aktuell angewendeten Verfahren. Auch die unzureichende KKF-Anlage produziert nach K+S-Angaben nur 24% der vom UBA schon 2014 bestätigten möglichen Sulfatdüngermenge, und das mit Abstoß von weiterem Salzabwasser und verstärkter Aufhaldung von verunreinigten Salzgemischen. Die geforderten optimierten Verfahren verweigert der Konzern nach wie vor.
Die weitere Aufhaldung fester Rückstände führt zu zukünftig weiter ansteigenden Haldenwassermengen, die weiter in die Werra verklappt werden sollen. Im Rahmenbetriebsplan zur Planfeststellung der Haldenerweiterung ist eine Abdeckung der Halden nicht Gegenstand, sie wird weiterhin nur als Narrativ verwendet, wenn die zukünftige Umweltbelastung prognostiziert wird.
Umweltverträglicher und zukunftsfähiger, also Arbeitsplätze sichernder Kalibergbau kann nur gelingen, wenn echte Zukunftstechnik mit verfestigtem Versatz der Reststoffe unter Tage angewendet wird. Nur so kann auch die Werra in einen ökologisch guten Zustand gebracht werden, was weiterhin entsprechend der Wasserrahmenrichtlinie das Ziel bleibt.

Der Konzern wird daher aufgefordert, sofort und energisch die Verfahren zur Vermeidung des Abstoßes und zur Aufbereitung von Salzabwasser zur technischen Umsetzung zu bringen, umgehend Techniken zum Versatz unvermeidbarer Reststoffe mit Verfestigung weiter zu entwickeln und anzuwenden, damit ein weiteres Wachstum der Halden zu stoppen und so die Abwasserbelastung der Zukunft zu reduzieren sowie echte Transparenz herzustellen, also Forschungsergebnisse zur Haldenabdeckung, zur Einstapelung von Salzlaugen in Bergwerken und zur Schwermetallbelastung der Sickerwässer unter den Halden zu veröffentlichen.

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