Hand in Hand für die Menschlichkeit

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© Foto: privat

Bodenwerder (ozm) - Der aktuelle Strom der Flüchtlinge hat die gesamte Bundesrepublik erreicht. So wurde auch der Landkreis Holzminden durch das Land Niedersachsen um Hilfe gebeten. Der Landkreis sollte eine kurzfristige Unterbringungsmöglichkeit für bis zu 200 Personen stellen.
Die Entscheidung der Verantwortlichen fiel auf das Sportzentrum in Bodenwerder, da hier zwei Sporthallen in unmittelbarer Nähe zueinander liegen.
So fand am Freitagnachmittag, 23. Oktober 2015, eine erste Lagebesprechung der Verantwortlichen von Landkreis, Feuerwehr, DRK Kreisverband Weserbergland und technischem Hilfswerk statt. Es galt, bis Samstagmittag eine Unterkunft mit 200 Betten, Verpflegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten, sowie Sanitäranlagen vorzubereiten.
Um diese Mammutaufgabe stemmen zu können wurden gegen 17.15 alle vier Züge der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises, sowie der ABC-Zug und die Führungsunterstützungsgruppe alarmiert. Zeitgleich wurden auch die Kräfte des technischen Hilfswerkes und des DRK Kreisverbandes Weserbergland in den Einsatz gerufen. Auch eine Information an die Gemeinde- und Stadtbrandmeister des Landkreises erfolgte wenig später.
Da die Vorbereitungen viel Material benötigen würden, wurde dieses auch frühzeitig geordert. Dieses umfasste vor allem Werkzeug, Holzplatten und Kanthölzer, Bauzäune, Planen und Gerüstteile. Um den Brandschutz sicherstellen zu können, wurden 100 Rauchwarnmelder und 45 Schaumfeuerlöscher nach Bodenwerder gebracht.
Um 19 Uhr waren alle alarmierten Kräfte vor Ort. Das technische Hilfswerk leuchtete das Gelände der Unterkunft professionell aus. Gegen 20 Uhr begannen die Arbeiten. In der kleineren Halle wurde ein schützender Fußboden aus Holzplatten eingelegt. Anschließend wurde mit Tischen und Bänken alles für einen Aufenthalts- und Verpflegungsbereich vorbereitet. Sanitäranlagen wurden ausgewiesen und Behandlungsräume eingerichtet.
Parallel wurden in der größeren Halle einzelne Abteile mit Bauzäunen abgegrenzt, ein Sichtschutz zwischen den Abteilen, sowie auf der Tribüne aufgestellt.
Weiterhin wurden Fluchtwege gekennzeichnet, Rauchwarnmelder installiert und Feuerlöscher verteilt.
Für die Verpflegung dieser fast 250 Kräfte war das DRK verantwortlich.
Die 130 Feuerwehrkräfte arbeiten hierbei professionell Hand in Hand mit den Kräften des technischen Hilfswerkes und des DRK zusammen, sodass bereits um 0:30 die Hauptaufgaben abgearbeitet waren. Über Nacht blieben eine Brandsicherheitswache der Feuerwehr und zum Einbau von Rauchwarnmelder eine Gruppe des THW vor Ort.
Am Samstag bekam die Unterkunft den letzten Schliff. Die restlichen Feuerlöscher werden verteilt, Sammelplätze gekennzeichnet und die Ankunft der ersten Flüchtlinge vorbereitet. Diese trafen dann mit etwas Verspätung gegen 18:40 in Bodenwerder ein.
Nach der Erfassung jedes einzelnen begleiteten Feuerwehrkräfte die Personen in die Unterkunft. Eine Brandsicherheitswache wurde durch Kameraden der Kreisfeuerwehrbereitschaft gestellt.
Auch am Sonntag wurden noch kleinere Arbeiten durch die Feuerwehrkräfte erledigt. Um 18 Uhr war der Einsatz für alle Feuerwehrkräfte, nach gut 49 Stunden, beendet. Die Einsatzkommunikation und Dokumentation wurde während des gesamten Einsatzes durch die Führungsunterstützungsgruppe sichergestellt.
Hand in Hand haben alle Kräfte in kürzester Zeit eine Unterkunft eingerichtet, um rund 124 hilfsbedürftigen Menschen eine Herberge zu bieten. Bereits am kommenden Wochenende werden weitere Personen die Unterkunft in Bodenwerder beziehen.
Der ganz besondere Dank des Landkreises Holzminden gilt all den Firmen und ihren Mitarbeitern, die ganz kurzfristig bereit waren am späten Freitagabend bzw. dem Wochenende Material für die Baumaßnahmen, Waren und Geräte zu liefern.

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