Einkaufsstadt Nieheim

Haushaltsumfrage mit aufschlussreichen Ergebnissen

Nieheim (ozm) - Die Stadt Nieheim führte in der Zeit vom 06.07. bis zum 06.08.2021 eine Online-Umfrage unter den Haushalten der Gemeinde sowie einigen Ortschaften der Nachbargemeinden durch. Insgesamt beteiligten sich 934 Haushalte an der Befragung zum Einkaufsverhalten. 25 % der Teilnehmer stammten aus den südlichen und westlichen Nieheimer Ortschaften Erwitzen, Himmighausen, Holzhausen, Merlsheim und Oeynhausen, 20 % aus den nördlichen Ortschaften Entrup, Eversen und Sommersell. 28 % der Teilnehmer stammten wiederum aus der Kernstadt Nieheim und ein gleich großer Anteil an Teilnehmern aus Ortschaften der Nachbargemeinden. Dazu Bürgermeister Johannes Schlütz: „Die hohe Beteiligung aus den Nachbargemeinden ist ein klares Indiz dafür, dass Nieheim über die Gemeindegrenzen hinaus eine messbare Bedeutung als Einkaufsstadt genießt.“
Insgesamt gaben 97 % der Befragten an, in Nieheim einen Teil der Lebensmitteleinkäufe für ihren Haushalt zu tätigen: 62 % kaufen Lebensmittel im Schwerpunkt in Nieheim ein - 35 % erwerben hier hingegen nur „Kleinigkeiten“ wie Backwaren und Metzgereiartikel. „Für die Einzelhändler unserer Stadt ist es wichtig, mindestens die Schwerpunkteinkäufer langfristig in Nieheim zu halten. Noch besser wäre es natürlich, uns würde eine stärkere Aktivierung der aktuellen Einkäufer von Kleinigkeiten gelingen und diese perspektivisch auch zu Schwerpunktkäufern in Nieheim zu machen,“ so Schlütz weiter.
Potenzial für die Geschäfte in der Innenstadt sieht der Bürgermeister auch in den aktuell rund 32 % an Personen, die ausschließlich im Gewerbegebiet Alersfelde einkaufen. „Ziel sämtlicher unserer Aktivitäten im Bereich Einzelhandel muss es sein, die drei Einkaufsbereiche in Nieheim – also Marktstraße, Schäferstraße / Wasserstraße, Gewerbegebiet Alersfelde – zu stärken und dabei gegenseitige Synergien zu erzeugen.“ Als eine erste Idee führt der Bürgermeister z.B. Werbeaktivitäten für die Innenstadtgeschäfte im Gewerbegebiet Alersfelde an – und genauso auch umgekehrt. Die Bundesstraße 252 böte außerdem Möglichkeiten zu einer stärkeren Bewerbung der Nieheimer Geschäfte insgesamt, die bisher nicht ausgeschöpft wurden. „Schon heute finden viele Berufspendler über die Bundesstraße ihren Weg in die Nieheimer Geschäfte – vornehmlich, um dort Lebensmittel einzukaufen. Das Potenzial ist auch hier weiter ausbaufähig.“
Die Haushaltsumfrage lässt insgesamt den Schluss zu, dass Nieheim ein beachtliches Kundenpotenzial besitzt. „Unsere eher vorsichtigen Schätzungen,“ so Schlütz weiter, „gehen von einem Potenzial von rund 7.500 Verbraucherinnen und Verbraucher, die in Nieheim einkaufen gehen könnten, im näheren Umkreis von Nieheim aus. Wir haben außerdem festgestellt, dass Nieheim als Einkaufsstadt mit einem ortsansässigen Lebensmittel-Supermarkt sowie einem gleichzeitig ortsansässigen Lebensmittel–Discounter mit Blick auf die reine Entfernung die nächstgelegene Stadt für rund 12.000 Menschen ist.“ Chancen für den Einzelhandel böten auch die in der Kernstadt ansässigen Arzt- und Zahnarztpraxen sowie die Apotheke, die jeweils Menschen aus einem vergleichsweise großen Einzugsgebiet betreuten. „So kommen immer wieder neue Menschen in die Stadt, die in Nieheim auch zu Schwerpunkteinkäufern werden könnten – gerade mit Blick auf die Innenstadt nicht nur im Bereich Lebensmittel.“
Bei der Frage nach der Attraktivität Nieheims als Einkaufsstadt sieht Schlütz auf Basis der Umfragewerte aber noch deutlich Luft nach oben. In einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut) erreicht die Stadt Nieheim einen Mittelwert von 2,64 – liegt also nur leicht über dem rechnerischen Mittelwert der verwendeten Skala (2,5). Gut bewertet werden die Ladenöffnungszeiten im Lebensmitteleinzelhandel sowie das Nieheimer Angebot an Lebensmitteln insgesamt. Eine vergleichsweise schlechte Bewertung erhalten hingegen das Angebot an sonstigen Produkten des täglichen Bedarfs (Körperpflege-/Hygieneartikel, Tiernahrung), die Größe der Verkaufsflächen und die Parksituation, wobei hier auf Basis der offenen Antworten insbesondere die Park- und Verkehrssituation im Innenstadtbereich von den Befragten kritisiert wird.
„Weiteres Kundenpotenzial ist bei einer Verbesserung der Angebotssituation bzw. Schließung konkret festgestellter Angebotslücken für die Nieheimer Einzelhandelsgeschäfte zu heben“, zeigt sich Schlütz überzeugt. „Der Haupt- und Finanzausschuss und die von ihm gebildeten Projektgruppen werden sich vor diesem Hintergrund in den kommenden Monaten weiterhin intensiv mit dem Thema beschäftigen.“