263. Annentag

Heißes Festwochenende, in jeder Hinsicht

Von Marc Otto
Brakel – Einmal mehr wurde Brakel zum pulsierenden Lebkuchenherz: Das am sehnlichsten erwartete Jahres-Event der Stadt nahm seinen Lauf und brachte mit sich ein prall geschnürtes Unterhaltungspaket mit Festzelten und Kirmesbuden, Marktständen und Karussels, Offener Bühne und Gourmet-Meile.

Bild anzeigen

Das Kettenkarussel und das Rathaus gehören auf dem Annentag fest zusammen.

© Foto: Otto

„Ein Annentag, wie wir ihn schon lang nicht mehr erlebt haben“, so lautete das Fazit des Marktmeister-Teams, selbstredend auch mit Blick auf die Temperaturen. Rund 330.000 Besucher zog es in die Straßen der Rheder-Stadt, wo besonders abends das feiernde Volk zur Hochform auflief. Mit diesen Zahlen hinkte man zwar ein klein wenig hinterher, wenn man den Vergleich zu 350.000 Gästen im letzten Jahr zieht. Der tollen Stimmung aber tat dies selbstredend keinen Abbruch. Zu knalliger Party-Musik wurde ordentlich das Tanzbein geschwungen.

Bild anzeigen

.

© Foto: Otto


Als kleine Ruhe-Oase galt derweil die Gourmet-Meile, wo solch kulinarische Spezialitäten wie Flammlachs, spanische Churros oder Burger in vielen Variationen dem Gaumen Freude bereiteten. Auch ein Smoker war vor Ort, der - sehr zur Freude der Grill-Experten – mit echter Fachkompetenz gehandhabt wurde. Anderweitig sorgten die Fahrgeschäfte für ein Flattern im Bauch. Ganz traditionell fand natürlich das Kettenkarussel seinen Platz vor dem Rathaus, während einige erstklassige Neuzugänge den Platz am Feuerteich belebten und das Riesenrad wie stets einen tollen Überblick verschaffte.
Begonnen hatten die religiösen Feierlichkeiten der Annenverehrung bereits neun Wochen zuvor, mit den Annennovenen, wobei sich Gläubige zu mehreren Anlässen an der Kapelle versammelten, die seit alters her der Anbetung der heiligen Mutter Anna gilt. Die hohe Resonanz auf diese Veranstaltungen erfreute nicht nur Pfarrer Wilhelm Koch.


Der Ursprung des Annentages ist denn auch vor allem kirchlicher Natur: Im Jahre 1755 wurde die Annenkirmes eingeführt – vorrangig, um die Versorgung auswärtiger Pilger zu gewährleisten. Dabei entwickelte sich auch ein Krammarkt, und Schaustellungen aller Art gesellten sich nach und nach dazu.
Das Feiern war damals übrigens noch zweitrangig. Inzwischen ist der Annentag natürlich genau dafür weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt, und er wurde seinem Ruf erneut gerecht, Hitzewelle hin oder her. Einen kleinen, Wehrmutstropfen, einen winzigen Bruch mit der Tradition musste man zum Ende aber doch hinnehmen: Das Feuerwerk, welches gewöhnlich am vierten Tage das Ende des Fests einläutet, konnte nicht stattfinden. Grund war natürlich auch hier die Hitze und herrschende Trockenheit. Der Sicherheit zuliebe aber konnte man es verschmerzen.
Bereits jetzt beginnen die Vorbereitung für das nächste Jahr. Denn wie sagt man in Brakel? „Nach dem Annentag ist vor dem Annentag.“

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder