Würdigung der Helmarshäuser Geschichte

Heriman-Preis erstmals verliehen

Helmarshausen – Förderung der Kunst und Würdigung der Helmarshäuser Geschichte zugleich ist der neu ausgelobte Heriman-Preis. Er ist benannt nach dem Mönch Heriman, der im 12. Jahrhundert das Evangeliar Heinrichs des Löwen schuf, das als größtes Meisterwerk romanischer Buchmalerei in Norddeutschland gilt. Es wurde 1983 für 32,5 Millionen D-Mark versteigert und wird heute in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel aufbewahrt.

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Die Preisträgerin Franziska Junge (Mitte), die Sonderpreisträger Dorothee von Hassdorf und Klaus Puth (links), Andreas Gürtler (Geschäftsführer der SV Kommunal, Vertreter der Kulturförderung der Sparkassen) Karl-Christian Schelzke (Geschäftsführer Hess. Städte- und Gemeindebund) und Marita Schelzke (Ideengeberin).

© Foto: Siebrecht

Die Auslobung des Preises geht auf einen Idee der Richterin Marita Schelzke zurück, die 2012 das Heimatmuseum in Helmarshausen besuchte und von dem dort ausgestellten Faksimile des Evangeliars begeistert war, zurück. Sie schlug ihrem Ehemann, Karl-Christian Schelzke, Geschäftsführer des Hessischen Städte-und Gemeindebundes, vor einen Wettbewerb für aktuelle Bibelillustration oder für bildliche Darstellungen christlichen Glaubens zu stiften. Kürzlich wurde der Heriman-Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, erstmals verliehen. Gestiftet wurde der Preis von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Hessischen Städte und Gemeindebund. Als Schirmherr stellte sich Boris Rhein, Hessischer Wissenschafts- und Kunstminster zur Verfügung und wurde bei der Verleihung von Ministerialdirigent Christan Bührmann vertreten. Der Heriman-Preis soll christliche Glaubensinhalte publikumswirksam vermitteln und zum religösen Dialog anregen, sowie auf das reiche, kulturelle Erbe des Klosters Helmarshausen aufmerksam machen. Damit soll eine stärkere Identifikation der Helmarshäuser Bürger mit ihrer Heimat und die Förderung des Tourismus verbunden sein. Zukünftig wird der Heriman-Preis alle zwei Jahre vergeben werden.


Die Jury, die sich aus Vertretern der Kirche, des Ministeriums, der Stifter und Wolfgang Frohmüller, dem Leiter des Heimatmuseums Helmarshausen zusammensetzte, konnte aus 111 Kunstwerken wählen, die von 71 Künstlern eingereicht wurden. Von der großen Resonanz auf den Wettbewerb waren die Stifter überrascht. „Der Preis ist damit deutschlandweit bekannt“, stellte Karl-Christian Schelzke bei seiner Rede während der Verleihung im Heimatmuseum fest.

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Wolfgang Frohmüller, der Leiter des Heimatmuseums Helmarshausen erhält von Karls-Christian Schelzke ein Faksimile für das Museum.

© Foto: Siebrecht


Unter den Teilnehmer wurde der biblischen Symbolzahl gemäß 12 Finalistinnen und Finalisten ausgewählt, die je ein Faksimile einer Seite des Evangeliars als Preis überreicht bekamen. Unter den Werken im Finale waren neben bildlichen Darstellungen ein Leporello-Reisealtar, eine Bronzeskulptur und eine Interaktive Klangskulptur bei der in einen Buchdeckel Orgelpfeifen mittels eines Blasebalges klingen. Als Preisträger des Heriman-Preises 2018 wurde die bildende Künstlerin und Filmschaffende Franziska Junge aus Leipzig mit ihrem dreiteiligen Werk „Franz von Assisi“ ausgewählt. Sie nahm den Preis aus der Hand von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke entgegen. Sonderpreise erhielten Dorothee von Hassdorf für ihren Radierzyklus „Joseph und seine Brüder“ und Klaus Puth für seinen Cartoon zu Prediger 3, 1-11 „Alles hat seine Zeit“. Die Verleihungsfeier wurde von Christian Schäfer am Cembalo umrahmt. Die Werke der Finalisten werden in einer Ausstellung im Heimatmuseum Helmarshausen gezeigt.

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Die Finalistinnen und Finalisten, Preisträgerin Franziska Junge (2. v. l.) mit Andreas Gürtler (3. V. r., Geschäftsführer der SV Kommunal, Vertreter der Kulturförderung der Sparkassen) und Karl-Christian Schelzke (2. v.. r, Geschäftsführer Hess. Städte- und Gemeindebund)

© Foto: Siebrecht

 

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