4.600 Impftermine werden bis 4. April abgearbeitet

Impfzentrum nimmt Arbeit auf

Von Barbara Siebrecht
Brakel/Kreis Höxter – Nach den Bewohnern der Seniorenheime, die mit mobilen Impfteams versorgt wurden, werden ab Montag, dem 8. Februar 2021 nach und nach die Impfberechtigten im Impfzentrum des Kreise Höxter in Brakel mit dem schützenden Impfstoff versorgt.

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Dr. Jens Grothues stellte die Impfkabine vor, die mit einer Liege ausgestattet ist.

© Foto: Siebrecht

Das Impfzentrum, das vom Kreis Höxter betrieben wird, hätte schon seit dem 15. Dezember seine Arbeit aufnehmen können, es war fristgemäß einsatzbereit. Nun ist Impfstoff zugesagt und es wird zunächst eine von vier „Impfstraßen“ geöffnet und jeden Tag von 14 bis 20 Uhr besetzt sein. Zunächst können nach Zusage des Landes NRW wöchentlich 547 Dosen verabreicht werden. Sobald weiterer Impfstoff zur Verfügung steht, sollen neue Termine vergeben werden und weiter „Impfstraßen“ können geöffnet werden. Voraussetzung für eine Impfung ist ein, über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe vereinbarter Termin. Trotz widersprüchlicher Meldungen über die Liefermengen der Hersteller verspricht der ärztliche Leiter des Impfzentrums Dr. Jens Grothues: „Wer einen Termin hat, kann auf jeden Fall geimpft werden, wir haben genug Puffer eingebaut. Auch wer nur einen 1. Termin zugeteilt bekam, kann im Impfzentrum nach der Impfung einen zweiten Termin vereinbaren.“
Landrat Michael Stickeln äußerte sich verärgert und betroffen über den Ablauf der Terminvergabe, die durch die Kassenärztliche Vereinigung des Bundes organisiert wird. „Die Impfterminvergabe war eine Zumutung für die Bevölkerung, das Chaos wäre vermeidbar gewesen, ich kann denjenigen, die sich beschweren nur recht geben.“ Die Impfterminvergabe hat trotz des überlasteten Verfahrens im Kreis Höxter nur vereinzelt Fehlbuchungen produziert. „Wir tun alles, um das EDV-Drama glattzubügeln“, erklärte Matthias Kämpfer, der Leiter des Krisenstabes beim Kreis Höxter.
Insgesamt wurden 6.700 Termine für die Erst- und Zweitimpfung vergeben. „Der volle Impfschutz ist ab dem 30. Tag nach der ersten Impfung zu erwarten“, erklärte Dr. Jens Grothues.
Den Ablauf im Impfzentrum unterstützt das DRK im Auftrag des Kreises Höxter. Die 35 Hauptamtlichen der DRK Betreuungsdienst Westfalen und die 10 DRK-Mitarbeiter des Kreisverbandes sowie die 34 ehrenamtlichen DRK Mitarbeiter wurden eingewiesen und arbeiten im Bereich Empfang, Check-in, Betreuung des Wartebereiches, Einweisung zu den Impfstraßen und Nachbeobachtung. Christian Lange vom Vorstand des DRK-Kreisverbandes stellte fest: Wir freuen uns auf diese Aufgabe, die so viel Positives bewirken wird.“
Ganz ähnlich wie beim Blutspenden wird der Impfberechtigte durch die verschiedenen Stationen geleitet und vom medizinischen Personal der Kassenärztlichen Vereinigung begleitet. Am Haupteingang der Stadthalle passiert der Impfberechtigte zunächst die Sicherheitskontrolle, muss sich ausweisen, die Hände desinfizieren und die Körpertemperatur wird gemessen. Wer keinen gültigen Personalausweis hat, kann sich auch mit anderen Dokumenten wie dem Führerschein oder der Krankenkassenkarte ausweisen. Beim Check-in durch Mitarbeiter des DRK werden die Aufklärungsbögen neu ausgedruckt und jedem eine persönliche Mappe ausgehändigt. Die Formulare können sitzend an Tischen ausgefüllt werden. Der Zugang zu den Beratungsgesprächen in den Aufklärungskabinen wird durch Ampelzeichen geregelt. Nach der eigentlichen Impfung in den Oberarm werden die Impfberechtigten beim Check-out verabschiedet und noch einmal 15 Minuten im Wartebereich überwacht. „Wir haben die Altenheime jetzt fast durchgeimpft, der Impfstoff ist sehr gut verträglich“, berichtete Dr. Jens Grothues.
Das Impfzentrum ist barrierefrei erreichbar, zum Ein- und Aussteigen für gehbehinderte Personen können die Taxi-Plätze neben dem Haupteingang genutzt werden. Begleitpersonen dürfen die Impfberechtigten durch die Impfstraße begleiten.
Landrat Stickeln bedankte sich für das großartige Engagement aller Beteiligten bei Aufbau und Betrieb des Impfzentrums und bei den 200 Freiwilligen, dies sich ehrenamtlich als Begleitung und Fahrdienst für Impfberechtigte bei der Geschäftsstelle Ehrenamt des Kreises gemeldet haben.