Schlusslicht in der Stalking-Statistik ist Nürnberg mit gerade mal 15,7 Anzeigen wegen Stalkings pro 100.000 Einwohner. Der Stalking-Experte Hans-Georg Voß nannte das Ergebnis wenig überraschend. "Die Anzahl der Stalking-Fälle ist strukturabhängig", unterstrich der Leiter der Arbeitsgruppe Stalking an der Technischen Universität Hamburg. "In Nürnberg zum Beispiel herrscht Kleinstadtflair: Das Gefühl, dass jeder jeden kennt, sorgt im Vergleich zu Köln allgemein für eine niedrige Kriminalitätsrate."
Der Experte verwies zugleich darauf, dass auch "Faktoren wie Einkommen und Scheidungsrate" Einfluss auf die Häufigkeit der Stalking-Fälle hätten. "Wo weniger geschieden wird, gibt es zumeist auch weniger Stalking." Denn das Motiv der Stalker sei fast immer enttäuschte Liebe. "Der Täter will die andere Person entweder zurückgewinnen oder sich an ihr rächen", erläuterte Voß.
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