In Sachen EDV interkommunal vorbildlich unterwegs

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Dezernentin Marie-Luise Niegel und IT-Leiter Thomas Sefczyk vor dem Server des Landkreis-Rechenzentrums.

© Foto: Peter Drews, Landkreis Holzminden

Holzminden (ozm) - Wenn es um interkommunale Zusammenarbeit geht, haben Lippenbekenntnisse meist Konjunktur, die Umsetzung jedoch lässt dann gern auf sich warten. Zu groß erscheinen die Hürden, zu unterschiedlich die Interessenlagen. Im Landkreis Holzminden ist das, zumindest was das IT-Management betrifft, anders. Seit gut zwei Monaten arbeitet die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle mit dem Rechenzentrum der Kreisverwaltung. Das heißt, alle wesentlichen IT-System-Arbeiten und die aktuelle Betreuung werden nun durch die IT-Abteilung des Landkreises erledigt. Nach den Samtgemeinden Boffzen, Bevern und Eschershausen-Stadtoldendorf ist sie damit die vierte Kommune, die an Rechenzentrum angebunden und durch die IT-Abteilung betreut wird. Das interkommunal gebündelte IT-System stellt damit in Niedersachsen in Art und Zusammenarbeit eher die Ausnahme als eine Regel dar.
Wenn der IT-Leiter in der Holzmindener Kreisverwaltung, Thomas Sefczyk, nachdenkt, fallen ihm neben Holzminden nur Diepholz, Uelzen und Celle ein, die in dieser Form zusammen arbeiten. Zwar organisiert der Zweckverband Kommunale Dienste Göttingen (KDG) einzelne Verfahren, die von den Kommunen flächendeckend beispielsweise für Wahlen genutzt werden. Eine interkommunale Zusammenarbeit mit einem Rechenzentrum und einheitlicher Betreuung ist dagegen eher die Ausnahme.
Neben den fast 700 eigenen betreut die IT-Abteilung in der Holzmindener Bürgermeister-Schrader-Straße inzwischen also auch rund 250 Arbeitsplätze in den Samtgemeinden. Was neben dem Aufbau und Unterhaltung der Hardware auch die Vernetzung mit dem gemeinsamen Rechenzentrum, das Aufspielen von Software-Updates oder die Bewältigung von alltäglichen Bedienungsproblemen bedeutet. „Die Anforderungen sind für alle Kommunen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen“, sagt Sefczyk, „sei es aus datenschutzrechtlichen Gründen, aus Sicherheitsgründen oder einfach, weil analoge Prozesse Zug um Zug immer stärker digitalisiert werden.“
Voraussetzung für die Zusammenarbeit war eine Standardisierung der Hard- und Software, da ansonsten die geplanten Synergieeffekte nicht gegriffen hätten. „Die laufende IT-Betreuung hätte einen unübersichtlichen Wust an zu pflegender und nicht miteinander vereinbarender Prozesslogiken nach sich gezogen“, erklärt Thomas Sefczyk.
Die zuständige kommissarische Dezernentin für Organisation und IT, Marie-Luise Niegel, stellt fest, dass „die Bereitstellung der technischen Kapazitäten ohne größere finanzielle Auswirkungen realisiert werden können“. Bei einer Fülle von Software-Produkten, die die einzelnen Samtgemeinden nutzen, habe es sowieso schon Übereinstimmungen gegeben, sodass mögliche Ressourcen optimal genutzt werden konnten.

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