Nachdem Südkorea, Japan und die USA erklärt hatten, die Rakete sei kurz nach dem Start von der Abschussbasis Tongchang-ri im Nordosten des Landes zerbrochen und abgestürzt, räumte auch die nordkoreanische Führung das Scheitern der Mission ein. Der Beobachtungssatellit Kwangmyongsong-3 (Glänzender Stern) habe es nicht in die vorgesehene Erdumlaufbahn geschafft.
Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, die Raketenteile seien westlich der koreanischen Halbinsel ins Gelbe Meer gestürzt. Während der Satellit nach nordkoreanischer Darstellung Daten über Wälder und Ressourcen in Nordkorea sammeln sollte, vermutete der Westen hinter dem Start einen unzulässigen Test für das nordkoreanische Atomprogramm.
Laut dem Nordamerikanischen Luftraumüberwachungskommando startete eine ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Taepodong-2 mit einer Reichweite von bis zu 9000 Kilometern. US-Regierungssprecher Jay Carney teilte mit, Nordkorea isoliere sich "mit seinen provokativen Akten" und verschwende "Geld für Waffen und Propaganda". Südkorea und Japan beklagten eine schwere Provokation.
UN-Generalsekretär Ban kritisierte den Raketenstart als "direkte Verletzung der Resolution 1874 des UN-Sicherheitsrats" aus dem Jahr 2009. Eine ähnliche Erklärung kam von der NATO. Der Sicherheitsrat erklärte, den Start zu "bedauern". Dieser stelle eine "Verletzung" von Resolutionen des Gremiums dar.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte vor einer Verschärfung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. EU-Außenministerin Catherine Ashton sprach von einem "klaren Verstoß". US-Außenministerin Hillary Clinton forderte China auf, Nordkorea die Verärgerung der Weltgemeinschaft zu übermitteln.
Russland, China und Indien riefen alle Seiten zur Zurückhaltung auf und warben für eine Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm. Auch das russische Außenministerium wertete den Raketenstart aber als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.
Mit der kurz nach dem gescheiterten Start erfolgten Ernennung Kim Jong Uns zum "ersten Vorsitzenden" des Verteidigungsausschusses konzentriert dieser nun sämtliche Macht in seinen Händen. Er war zuvor bereits oberster Befehlshaber der Streitkräfte und Generalsekretär der regierenden Arbeiterpartei.
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