Das Einverständnis der Staatsführung, den Fall der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko von einer US-Anwaltsfirma und einer Kommission des Europäischen Parlaments untersuchen zu lassen, seien Belege dafür, sagte Janukowitsch. Der Präsident wies Vorwürfe zurück, Timoschenko befinde sich aus politischen Gründen in Haft, äußerte aber Mitgefühl mit seiner langjährigen politischen Rivalin.
"Natürlich habe ich Mitleid mit Julia Timoschenko, als Mensch", sagte Janukowitsch, der 2004 im Zuge der von Timoschenko geführten "Orangenen Revolution" von der Macht verdrängt worden war. Sobald der Prozess gegen Timoschenko abgeschlossen sei, werde er eine Begnadigung und einen Straferlass erwägen. "Ich werde die Möglichkeit suchen, einen Schritt der Humanität zu gehen", sagte Janukowitsch der Zeitschrift.
Timoschenko verbüßt seit Oktober in Charkiw eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Sie soll 2009 als Regierungschefin ein für die Ukraine unvorteilhaftes Gasgeschäft mit Russland abgeschlossen haben. Der Westen sieht ihre Haftstrafe als politisch motiviert an. Timoschenko wurde wegen mehrerer Bandscheibenvorfälle in einem Krankenhaus behandelt. Ein zweiter Prozess wegen anderer Vorwürfe war deswegen im Mai erneut vertagt worden.
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