Anteil im Osten deutlich höher als im Westen

Jedes dritte Baby in Deutschland wird unehelich geboren

Wiesbaden (AFP) - Bei jedem dritten Kind in Deutschland sind die Eltern bei der Geburt nicht verheiratet. Der Anteil der außerehelichen Geburten lag im vergangenen Jahr bei 33 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Jahr 1990 waren es nur 15 Prozent. Besonders Ende der 1990er Jahre gab es einen deutlichen Anstieg, der sich danach verlangsamte. Im Jahr 2010 stieg der Anteil der außerehelichen Geburten im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,5 Prozentpunkte.
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Eltern ohne Trauschein © AFP

Im Osten bekommen weitaus mehr unverheiratete Paare Kinder als im Westen. In den neuen Ländern hatten im Jahr 2010 bei mehr als sechs von zehn Neugeborenen (61 Prozent) die Eltern keinen Trauschein. In den westlichen Bundesländern lag der Anteil dagegen nur bei 27 Prozent. Am höchsten war der Anteil der außerehelichen Geburten in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 64 Prozent. In Berlin hatte jedes zweite Neugeborene nicht verheiratete Eltern. Innerhalb der alten Bundesländer wiesen Bremen (39 Prozent), Hamburg (36 Prozent) sowie Schleswig-Holstein (35 Prozent) ein überdurchschnittlich hohes Niveau auf.

Der Anteil der außerehelich Geborenen in Deutschland liegt unterhalb des Durchschnitts in der Europäischen Union. Dieser lag nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat im Jahr 2009 bei knapp 38 Prozent. Am höchsten war der Anteil in Estland mit 59 Prozent, besonders gering war er in Griechenland mit sieben Prozent. In Frankreich waren bei 53 Prozent der Neugeborenen die Eltern nicht miteinander verheiratet, in Großbritannien bei 46 Prozent, in Österreich bei 39 Prozent und in Italien bei 24 Prozent.

Jedes dritte Baby in Deutschland wird unehelich geboren  - Website des Statistischen Bundesamts 

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