In seiner Erklärung beklagte Ocampo auch, dass er keine ausreichende Unterstützung der Regierung seines Landes erhalten habe und dass es deswegen allgemein wenig Unterstützung für seine Kandidatur gegeben habe. Er wolle im Rennen um die Weltbankspitze Nigerias Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala unterstützen, die einzige verbliebene Gegenkandidatin Kims. Er hoffe, alle Schwellen- und Entwicklungsländer würden sich hinter die Nigerianerin stellen.
Der brasilianische Weltbank-Direktor Rogério Studart bestätigte, dass Ocampo sich aus dem Rennen zurückgezogen habe. Zugleich räumte er ein, dass die sogenannten BRICS-Staaten der aufstrebenden Schwellenländer offenbar doch keine gemeinsame Position hätten. Zuvor hatte Brasiliens Finanzminister Guido Mantega erklärt, Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika wollten alle denselben Kandidaten unterstützen. Die BRICS-Staaten fordern seit geraumer Zeit, dass mit der Tradition gebrochen wird, dass der Weltbankchef aus den USA kommt, während der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Europäer ist.
Russlands Finanzminister Anton Siluanow stellte sich aber am Freitag hinter den US-Kandidaten Kim. Laut der Nachrichtenagentur Interfax begründete er dies mit den "professionellen Qualitäten, Erfahrung und Kenntnisse" Kims, den er zuvor getroffen hatte.
Die Weltbank will nach Angaben aus Kreisen des Instituts am Montag ihren neuen Präsidenten benennen. Angesichts der Dominanz von USA und europäischen Staaten in der Weltbank hat der von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagene Kim, Akademiker koreanischer Abstammung, die besten Chancen, Nachfolger von Robert Zoellick zu werden. Dieser tritt Ende Juni nach fünf Jahren an der Spitze der Finanzinstitution ab.
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