Renaturierung an Diemel und Warme

Kalkmagerrasen - ein großes Potential

Von Inge Seidenstücker


Hofgeismar/Liebenau/Trendelburg – Die Wiederherstellung von Kalkmagerrasen im Naturschutzgebiet an Diemel und Warme starten der Landkreis Kassel gemeinsam mit der Universität Osnabrück.

alle Bilder anzeigen Bild anzeigen

(V.l.) Prof. Dr. Thomas Fartmann, Michael Görner, 1. Stadtrat Trendeburg, Jürgen Düster, Vizelandrat Andreas Düster, Alexandra Nordmann vom RP Kassel, Sarah Basler Naturpark Reinhardswald und Sandra Rüter vom RP Detmold.

© Foto: Seidenstücker

Dies gab Vizelandrat Andreas Siebert bei einer Präsentation des Projektes bekannt. Er freut sich sehr dieses gemeinsame Forschungsprojekt zur nachhaltigen Renaturierung von Kalkmagerrasen im unteren Diemeltal zu realisieren. Sehr erfreulich sei auch die Bereitschaft von Eigentümern der Flächen, die dieses Projekt unterstützen.
Kalkmagerrasen bilden mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten einen sensiblen Lebensraum. Mit 750 Hektar Fläche, sei gerade hier an Diemel und Warme eines der größten zusammenhängenden Gebiete in Mitteleuropa vorhanden, informierte Prof. Dr. Thomas Fartmann, der das Projekt leitet. Und ist zudem das größte Schmetterlingsschutzgebiet in der Nordhälfte Deutschlands mit der höchsten Artenvielfalt. Viele gefährdete Pflanzenarten, wie beispielsweise das „Dreizähnige Knabenkraut“ sind hier noch zu finden. So sei der Rückgang der Insekten und damit der Vögel schon längst ein Thema. „Während andernorts viele Arten durch den Anbau von Monokulturen bereits ausgestorben sind, sind diese hier noch selbstverständlich“, bekräftigte Fartmann das große Potential in unserer Region. Natürlich sei aber auch hier ein Rückgang der Magerrasen durch eine stetige Aufforstung zu beklagen. Als ein positives Beispiel an Renaturierung führte er die Lüneburger Heide ins Feld, welche mit 23.400 Hektar eines der größten Naturschutzgebiete Deutschlands darstellt und mittlerweile zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor wurde.
Dies ist auch ein Ziel der Renaturierung im Landkreis Kassel. Zu den Umweltaspekten, soll die Region touristisch aufgewertet werden. Neben den historischen Stadtkernen, sollen auch die Naturerlebnisse attraktiver werden. Klettersteige und Wanderwege in einer unverfälschten typischen Landschaft mit einer großen Artenvielfalt sollen Interesse und Begeisterung für das Diemeltal schaffen. Infotafeln, Exkursionen sowie Thementage sind geplant.
Das Projekt wird gemeinsam vom Bundesamt für Naturschutz, den Ländern NRW und Hessen sowie dem Landkreis Kassel finanziert. Insgesamt sollen 60 Hektar in den Kommunen Liebenau, Trendelburg und Hofgeismar ab Herbst 2019 renaturiert werden. Die Kosten belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro und werden zu zwei Drittel vom Bund finanziert. Den Rest übernehmen die Länder Hessen und NRW.
„Auch die Wiederaufnahme der Weideflächen mit Schafen ist ein wichtiger Faktor für die Kalkmagerflächen“, informierte Jürgen Düster von der Landschaftspflege im Landkreis Kassel, der beim Projekt als Fachmann vor Ort mitarbeitet. Ebenso passe das Projekt sehr gut zur Zielsetzung des Naturpark Reinhardswald, ergänzte der Vizelandrat. Zudem wurden der Landesbetrieb Hessen Forst mit den Forstämtern Reinhardshagen und Wolfhagen, so auch die Kommunen von Anfang mit einbezogen.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder