Brakel und Willebadessen

Kommunen kooperieren fürs Gemeinwohl

Brakel/Willebadessen (ozm) - Am 21. Januar 2020 haben die Städte Brakel und Willebadessen im Rahmen des Projektes „Gemeinwohl-Region Kreis Höxter“ mit ihrer sogenannten Gemeinwohl-Bilanzierung begonnen.

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Kooperation für das Gemeinwohl (v.l.): Peter Frischemeier (Stadt Brakel), Alexander Kleinschmidt (Projektleiter Stadt Brakel), Brakels Bürgermeister Hermann Temme, Christoph Harrach (Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie), Hans Hermann Bluhm (Bürgermeister Willebadessen) und Christian Einsiedel (Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie).

© Foto: privat

So soll erstmals systematisch sichtbar gemacht werden, welche Effekte das kommunale Handeln auf das Gemeinwohl hat und wo es noch Raum für Verbesserungen gibt. So wird ein circa sechsmonatiger Organisationsentwicklungs-Prozess in den beiden Kommunalverwaltungen gestartet, der sich an Gemeinwohl-Werten orientiert. Durch die enge Abstimmung auf Ebene der einzelnen Fachbereiche soll dabei die interkommunale Zusammenarbeit gefördert werden.
Die Stadt Brakel hatte sich bereits in der Ratssitzung am 11. Juli 2019 einstimmig für diesen Weg entschieden. Das Ziel von Bürgermeister Hermann Temme und dem Rat: „Durch die Aufstellung einer Gemeinwohl-Bilanz möchten wir unser Verwaltungshandeln weiterhin und auch für die Zukunft verstärkt an Gemeinwohlwerten, wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Mitbestimmung und Transparenz ausrichten“. Als Gemeinwohl-Gemeinde bilanziert zu sein, sei zudem auch ein Stück Regionalmarketing, mit dem sich Brakel herausstellen könne, so Temme.
Am 26. September 2019 stimmte auch der Stadtrat Willebadessen einstimmig für die eine Gemeinwohl-Bilanzierung. „Das Thema wurde durchaus kontrovers diskutiert. Ich bin nach eingehender Beschäftigung zu dem Schluss gekommen, dass die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie dem Weg entspricht, den wir angesichts neuer Herausforderungen in der Welt einschlagen müssen“, erläutert Bürgermeister Hans Hermann Bluhm die Entscheidung. Als Kommune dazu beizutragen eröffne die Chance, sich frühzeitig mit übergreifender Nachhaltigkeits-Berichterstattung vertraut zu machen. Zudem freue er sich sehr auf die interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Brakel und darauf, von den Erfahrungen der Stadt Steinheim mit der dort bereits laufenden Bilanzierung zu lernen, so Bluhm.
Die mit einem Auftakt-Workshop gestartete Kommunen-Bilanzierung wird nun in den kommenden sechs Monaten mit Beteiligten aus verschiedenen Fachabteilungen beider Städte durchgeführt. Sie ist Teil des mit LEADER-Mitteln geförderten Projekts „Gemeinwohlregion Kreis Höxter“. Die Bildungsreferenten der Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW aus Steinheim, Christian Einsiedel und Christoph Harrach, begleiten das Projekt ebenso wie eine externe Beratungsagentur. Mit der Fertigstellung der Gemeinwohl-Bilanzen wird im Sommer 2020 gerechnet.

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